Note 3,87

In Hessen nur auf Platz 23: Melsungen landet beim Fahrradklimatest im Mittelfeld

Melsungen ist nur mäßig fahrradfreundlich: Das Ergebnis beim Fahrradklimatest fiel für Melsungen noch schlechter als im Vorjahr aus. Von links Johannes Heyn und Hans Joachim Kroll vom ADFC.
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Melsungen ist nur mäßig fahrradfreundlich: Das Ergebnis beim Fahrradklimatest fiel für Melsungen noch schlechter als im Vorjahr aus. Von links Johannes Heyn und Hans Joachim Kroll vom ADFC.

Bei der Fahrradfreundlichkeit liegt Melsungen in Hessen auf Platz 23. Das hat der Fahrradklimatest im Vergleich mit den 57 teilnehmenden hessischen Kommunen mit weniger als 20 000 Einwohnern ergeben. Die Note: 3,87. Das entspricht, in Schulnoten ausgedrückt, einer Vier plus.

Melsungen - „Das schwache Abschneiden freut uns“, sagt Johannes Heyn vom ADFC-Kreisverband, „denn wir kritisieren immer viel, aber jetzt wurde die Kritik auch vonseiten der Fahrradfahrer deutlich.“ Das schlechte Abschneiden stehe für ein allgemeines Stimmungsbild, was die Fahrradfreundlichkeit in Melsungen angehe. Die Lage hat sich verschlechtert: Vor zwei Jahren schaffte Melsungen einen Wert von 3,7. Diesmal wurden 89 ausgefüllte Fragebögen eingereicht. 27 Fragen mussten beantwortet werden und auf einer Skala von eins bis sechs bewertet werden.

Negativ

Einen deutlichen Einbruch gab es im Bereich Stellenwert des Radverkehrs: Kritik gab es dafür, dass in jüngster Zeit kaum etwas für den Radverkehr getan worden sei und das die Stadt dulde, dass Autos auf Radwegen parken. Im Vergleich zum Vorjahr sank dieser Wert um 0,6 Prozentpunkte. In Melsungen gebe es zwar den Arbeitskreis Radverkehr und dessen Engagement werde dankbar entgegengenommen. „Aber getan hat sich nichts“, bilanziert Heyn.

Kritisiert wird beispielsweise auch, dass es zu wenig sichere und komfortable Abstellmöglichkeiten in der Stadt gebe. Außerdem ermöglichten manche Radwege kein problemloses Überholen langsamerer Radfahrer. Sie seien stellenweise schlicht nicht breit genug.

Positiv

Die beste Schulnote, und zwar eine 2,4, gab es dafür, dass in Melsungen die Einbahnstraßen in der Gegenrichtung für Radfahrer freigegeben sind.

Auch seltene Fahrraddiebstähle wurden hervorgehoben und mit 2,7 bewertet. „Das liegt daran, dass viele ein Eigenheim haben und ihre Räder im Keller oder Schuppen unterbringen“, berichtet Hans Joachim Kroll vom ADFC-Kreisverband, „in größeren Städten müssen die Räder an der Laterne vorm Haus gesichert werden. Da besteht ein ganz anderes Risiko.“ Der bundesweite Fahrradklimatest findet alle zwei Jahre statt. Bundesweit wurden 1024 Städte und Gemeinden bewertet. (Claudia Feser)

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