Internationales Grasbahnrennen in Melsungen

Die Lokalmatadoren: von links Mario „Locke“ Siebert mit Fahrer Oswald Bischoff. Foto: Zirzow

Melsungen. Benzingeruch und lautes Knattern lag am Wochenende an der St.-Georgs-Brücke in der Luft: Der MSC Melsungen hatte zum 55. Internationalen ADAC-Grasbahnrennen eingeladen.

Die Jungs und Mädchen des MSC Melsungen waren die ersten die am Samstag auf die Strecke durften. Bereits am Freitag war das Motorsportwochenende mit einem bunten Abend im Festzelt eröffnet worden.

Mit Mut und Geschick fetzten die jungen Rennfahrer auf ihren Quads über die Grasbahn und zeigten ihr Können bei brenzligen Situationen in den Kurven. Bevor die Solisten und die Gespanne zu ersten Testfahrten auf der Bahn starteten, zeigten Volker Hermsdorf, der für den MSC als Trial-Fahrer startet, und Stuntman Mike Auffenberg, dem staunenden Publikum, was man mit einem Motorrad alles anstellen kann.

So kletterte Hermsdorf mit seinem Fahrzeug über Palettenstapel, die Ladefläche eines Kleintransporters und sowohl von vorne als auch von der Seite über einen Pkw, ohne mit den Füßen den Untergrund zu berühren. Stuntman Auffenberg hatte gleich mehrere Motorräder und ein Quad dabei, auf dem er fünf Freiwillige, nur auf der Hinterachse fahrend, am staunenden Publikum vorbei transportierte.

Höhepunkt seiner Vorstellung war der Sprung über drei hintereinander stehende Fahrzeuge, den er auf Wunsch des Publikums sogar wiederholte. Moderiert wurden Training sowie Wertungsläufe der Karts und nationalen B-Gespanne von Michael Schubert und der Bahnsport-Legende Egon Müller. Der Ausnahme-Rennfahrer wurde 1983 als bisher einziger deutscher Fahrer Speedway-Weltmeister und heimste von 1970 bis zum Schluss seiner Karriere 1997 acht Europameister- und 17 deutsche Meistertitel sowie insgesamt 785 Rennsiege ein.

Der älteste Teilnehmer war der 61-jährige Karl Keil aus dem Odenwald mit Beifahrer Helmut Gärtner. Keil, der seit 44 Jahren Rennen fährt, sieht sich nicht als „Chef“, sondern als Team-Player und möchte nach weiteren zwei bis drei Jahren Rennsport seine Karriere beenden. Das hatten die Lokalmatadoren Oswald Bischoff und Mario „Locke“ Siebert, die seit 1996 zusammen auf der Piste sind, schon in diesem Jahr vor. Aber die beiden Strategen, die zweimal Vize-Europameister wurden, wollen weitermachen.

Teamwork, das ist wohl das Zauberwort bei allen Teilnehmern, denn darauf setzte auch das Damen-Team Janina Würterle mit Beifahrerin Julia Starke, die im April Deutsche Meister wurden. „Wir sind keine Zicken und erledigen alles gechillt und cool“, betont das in der Männer-Domäne anerkannte schnelle Duo. (zrz)

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