Mädchen setzte Notruf ab

Sechsjährige Jasmin rettete ihre bewusstlose Mutter

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Küsse für die tapfere Tochter: die glückliche Mutter Mariam Gustin herzt Jasmin.

Melsungen. Helle Aufregung in der Familie Gustin: Mutter Mariam wird bewusstlos, Tochter Jasmin zeigt Nervenstärke, setzt einen Notruf ab und verhindert so das Schlimmste.

Was tun als Sechsjährige, wenn die Mutter bewusstlos und nur noch ein jüngerer Bruder mit in der Wohnung ist? Die tapfere Jasmin wusste am Mittwoch zu handeln. Überlegt und ohne Panik. Sie schickt ihren fünfjährigen Bruder Erik zum Nachbarn Hilfe holen. Sie selbst greift zum Telefon und setzt bei der Homberger Rettungsleitstelle unter 112 einen Notruf ab. Ruhig und sachlich beantwortet sie einem Mitarbeiter der Leitstelle Fragen.

Am Donnerstag berichtet die Sechsjährige trotz des Trubels unaufgeregt: „Unsere Mama hat uns schon vor Jahren einen Zettel geschrieben, da steht die 112 und die 110 drauf. Sie hat uns immer gesagt, falls einmal etwas bei uns passiert, nicht schreien, sondern sofort eine der beiden Nummern wählen. Da sind Leute dran, die helfen euch ganz bestimmt“.

Ging überlegt und ohne Panik vor: Jasmin holte per Telefon Hilfe, als ihr Mutter Mariam Gustin bewusstlos auf dem Sofa lag.

Und das hat die kleine Retterin sofort umgesetzt. „Der Mann am Telefon hat mich gefragt, was passiert ist. Da habe ich ihm gesagt,meine Mama liegt auf dem Sofa und spricht nicht mehr und bewegt sich nicht mehr. Dann hat der Mann mich gefragt, wo ich wohne, das konnte ich alles sagen. Dann hat er gesagt, ich soll ganz ruhig bleiben, es kommt gleich Hilfe“.

Ihr Bruder hatte derweil Probleme, an die Klingel beim Nachbarn heranzukommen. Jasmin eilt ihm zu Hilfe und sie holen gemeinsam den Nachbarn, der zeitgleich mit den Helfern vom Rettungsdienst in der Melsunger Gerbergasse ankommt.

Am Donnerstag ging es der 25-jährigen Mariam Gustin wieder einigermaßen gut. Sie ist nach einem Krankenhausaufenthalt wieder zu Hause und kann sich um ihre beiden Kinder kümmern. Den Kreislaufzusammenbruch bringt sie auch mit Stress in Verbindung, unter anderem müssen die Kinder täglich ohne Auto in die Schule und den Kindergarten gebracht und wieder abgeholt werden und zugleich ist die soeben fertig ausgebildete Sozialassistentin intensiv auf Arbeitssuche.

„Ich bin stolz auf meine beiden Kinder.“ 

Wie auch immer - Marian Gustin ist jedenfalls stolz auf ihre beiden Kinder und ganz besonders auf Jasmin, bei der sie sich immer wieder mit einem dicken Kuss für die Rettung bedankt. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Kleine nicht so überlegt gehandelt hätte und keine medizinische Hilfe für die Mutter gekommen wäre.

Mariam Gustin sagt jedenfalls: Jedes Kind sollte wissen, wie man sich bei einem Notfall verhält und vor allem die Notrufnummern kennen.

Ihr Fazit: „Ich bin stolz auf meine beiden Kinder. Es ist sehr wichtig, dass die Eltern immer mit ihren Kindern auch über solche Notfälle sprechen."

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