Pflege und Gastronomie

Jobcenter: Mangelberufe leiden unter schlechtem Image

Melsungen. Die Arbeitslosenquote im Schwalm-Eder-Kreis sinkt und sinkt – die Zahl der offenen Stellen ist hingegen auf Rekordhoch. Einige Berufe gelten sogar als Mangelberufe.

So sind in der Pflege 61 gemeldete Stellen unbesetzt und im Hotel- und Gaststättengewerbe summieren sich die offenen Stellen auf 30. Zu den Mangelberufen gehören nach Aussage von Jutta Kahler, Fachbereichsleiterin für Markt und Integration beim Jobcenter, unter anderem auch Maschinen- und Anlagenführer, Bäcker, Fleischer sowie Lagerlogistiker. Die Gründe seien neben den teilweise geringeren Verdienstmöglichkeiten vor allem Imageprobleme und Arbeitszeiten, sagt Kahler.

Alle kaufmännischen Berufe und der Mechatroniker profitierten hingegen von einem außerordentlich guten Image. Dass nicht nur geringere Verdienstmöglichkeiten als Grund in Frage kämen, zeigten der Frisörberuf und die Verkäuferinnen, die sich eines hohen Bewerberzulaufs erfreuten.

Im Handwerk gebe es trotz zum Teil sehr guter Perspektiven ebenfalls viele unbesetzte Stellen. So stünden in den kommenden Jahren viele Firmenübergänge an, sagt Kahler.

Allerdings klagten auch die Ausbildungsbetriebe über fehlende geeignete Bewerber: 500 der gemeldeten 830 Ausbildungsstellen im Landkreis sind noch unbesetzt und 470 junge Menschen suchen aktuell noch einen Ausbildungsplatz.

In vielen Berufen sei das Anforderungsprofil gestiegen. Es gebe außerdem weniger Stellen für Hilfskräfte. Eine Möglichkeit sei, die Anforderungen in einigen Berufen zu überdenken und den Zugang zu erleichtern. Müsse denn beispielsweise jeder Gärtner sämtliche Pflanzen auch mit ihren lateinischen Namen benennen können, fragt Kahler.

Rubriklistenbild: © dpa

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