Programm Stansday ist kostenfrei

Mit dieser neuen App kann man Laufpartner mit dem Smartphone finden

Stefan Jung aus Melsungen hat die App Stansday für Freizeitsportler entwickelt. Er ist selbst begeisterter Rennradfahrer.
+
Stefan Jung aus Melsungen hat die App Stansday für Freizeitsportler entwickelt. Er ist selbst begeisterter Rennradfahrer.

Joggen, aber nicht allein? Stefan Jung aus Melsungen hat eine App entwickelt, mit dem man ganz einfach Laufpartner mit dem Smartphone finden kann.

Melsungen - Wer gern joggen geht oder Fahrrad fährt, der kennt das Problem: Manchmal findet man einfach niemanden, der einem Gesellschaft leistet. Dieses Problem will der Melsunger Stefan Jung (28) nun aus der Welt schaffen.

Mit seiner selbst entwickelten App namens Stansday können sich Freizeitsportler ganz einfach verabreden – und zwar mit denen, die genau so fit sind wie sie selbst.„Ja, es ist leider ein denkbar schlechter Zeitpunkt für die Veröffentlichung der App“, sagt Stefan Jung in Anbetracht des Corona-Lockdowns. Jedoch sei die App Grundlage seiner Master-Arbeit fürs Studium. „Und ich wollte auch nicht mehr länger warten mit dem Online-stellen.“

App fürs Smartphone: Herunterladen im Apple-Store oder PlayStore

Wer die kostenlose App im PlayStore oder Apple-Store heruntergeladen hat, muss sich registrieren. Anschließend bekommt man nach Öffnen der App eine Liste mit Inseraten von Läufern und Radfahrern in der Nähe angezeigt, die eine Begleitung suchen. Angezeigt werden unter anderem die Route, die Streckenlänge und das Fitnesslevel des Sportlers – vier gibt es, von Anfänger bis Athlet. Auch eingestellt werden kann beispielsweise, in welchem Umkreis nach Aktivitäten gesucht werden soll.

Jeder Nutzer kann eigene Aktivitäten eintragen und sich so mit Gleichgesinnten verabreden. Wenn jemand auf „beitreten“ bei einer Aktivität klickt, bekommt derjenige, der die Aktivität erstellt hat, eine Push-Benachrichtigung aufs Handy geschickt und weiß sofort, dass er eine Verabredung zum Sport hat. Auch praktisch: Man kann einstellen, wenn man beispielsweise nur weibliche Begleitungen sucht. „Gerade als Frau will man es ja nicht unbedingt, dass dann am Treffpunkt fünf Männer zum Joggen warten“, sagt Stefan Jung.

Neue Smartphone-App: Ein Jahr hat die Entwicklung gedauert

Etwa ein Jahr habe es gedauert, die App zu entwickeln – von der Idee bis zum Onlinestellen, sagt Jung. Bevor er in Berlin Medieninformatik studiert hat, absolvierte der Melsunger in Kassel eine Ausbildung zum Fachinformatiker im Bereich Anwendungsentwicklung. Derzeit schreibt er an seiner Master-Arbeit – über seine Stansday-App. „Als ich in Berlin studiert habe, bin ich viel Fahrrad gefahren“, sagt der 28-Jährige.

Da habe er sich eine Möglichkeit gewünscht, sich mit gleichgesinnten Radfahrern zu verabreden. „So bin ich auf die Idee zur App gekommen.“ Gerade für Leute, die neu in einer Stadt seien, könne Stansday eine gute Hilfe sein, um andere Freizeitsportler zu finden, und so Kontakte zu knüpfen, meint Jung. Auch für Vereine könnte die App interessant sein, denn unter der Kategorie „Clubs“ kann sich beispielsweise die Laufabteilung eines Vereins organisieren, indem Aktivitäten gepostet und sich Mitglieder anmelden können.

Entwickler kann derzeit kein Geld mit der App entwickeln

Geld verdienen kann Stefan Jung mit der App derzeit nicht. Denn sie wird kostenfrei zum Download angeboten. „Apps, die etwas kosten, lädt keiner herunter“, weiß der Experte. Deswegen plant er, später Premium-Features einzubetten, die dann kostenpflichtig sein sollen. „Vielleicht eine Offline-Navigation“, sagt Jung. Über eine Verlinkung zur Tourenapp Komoot ist eine Navigation online jetzt schon möglich. Auch bei den Sportarten Laufen und Radfahren soll es auf Dauer nicht bleiben, verrät der Entwickler.

Er bezahle die Hostingkosten bei Google und Apple aus eigener Tasche. „Das sind jährliche Kosten von 200 bis 300 Euro“, schätzt er. „Aber dafür muss ich ja für die Entwicklung nichts bezahlen, das mache ich ja alles selbst.“ Er hofft, dass er im Frühjahr, wenn die Coronaregeln vielleicht wieder gelockert werden und auch das Wetter wieder zum Sport an der frischen Luft einlädt, mit seiner App Stansday viele Freizeitsportler zusammen bringt. „10 000 Downloads wären schon toll.“ Mehr Infos: stansday.com

Hinweis: Treffen dürfen sich derzeit in Hessen maximal fünf Personen aus zwei unterschiedlichen Haushalten. Kleinste Sportgruppen sind also theoretisch erlaubt. Wo möglich sollten allerdings Kontakte auf ein Minimum beschränkt werden. Außerdem gibt es im Schwalm-Eder-Kreis, wie auch in anderen Landkreisen nächtliche Ausgangssperren. (Carolin Hartung)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.