Jugendliche haben Probleme, geeigneten Beruf zu finden

Wechsel im Übergangsbüro: Wolfgang Zielke (rechts) geht in Rente, Friedhelm Roth und Jutta Emde übernehmen seinen Job gemeinsam. Foto: Hildebrand

Melsungen. Die Schulzeit ist vorbei - doch was kommt danach? Vielen Jugendlichen bereitet es Probleme, den richtigen Job für die Zukunft zu finden.

Laut Wolfgang Zielke, der sechs Jahre das Übergangsbüro Schule-Beruf in Melsungen leitete und Schüler bei dem Schritt in die Arbeitswelt unterstützte, hat das mehrere Gründe: „Die Jugendlichen machen sich teilweise einfach zu wenig Gedanken, was sie nach der Schule machen wollen. Sie überlegen sich nicht, was für die Zukunft alles erforderlich ist, wenn man beispielsweise mal ein eigenes Haus besitzen möchte.“

Auch die mangelnde Kommunikation in einigen Familien sieht er kritisch: „Ich habe es schon sehr oft erlebt, dass die Kinder gar nicht wussten, wo ihre Eltern eigentlich arbeiten.“ Dabei wäre es laut Zielke wichtig, wenn Eltern viel mit ihren Kindern reden. So könnten diese sich einen Eindruck davon verschaffen, ob die Berufe von Vater und Mutter für sie interessant wären.

Rolle der Eltern

Generell spielen die Eltern bei der Berufsfindung der Jugendlichen eine wichtige Rolle. „Sie müssen mit ins Boot geholt werden und ihren Kindern dabei helfen, Interessen zu wecken und Berufe zu finden, die realistisch sind“, sagt Zielke. Dennoch sei es wichtig, dass die Jugendlichen selbst entscheiden, welche Tätigkeit sie ausüben wollen. „Es kann auch vorkommen, dass die Eltern vorschreiben, was ihre Kinder machen sollen. Das geht natürlich nicht“, erklärt er.

Tipps für den Berufseinstieg

Damit Schüler den Beruf finden, der ihnen Spaß macht, hat Zielke ein paar wichtige Tipps parat: „Zunächst sollte man sich intensiv damit beschäftigen, welche Berufe es überhaupt gibt. Zudem kann man im Internet viele Tests machen, mit denen man die eigenen Interessen ausloten kann.“ Besonders wichtig sei es laut Zielke aber, sich Ziele für die Zukunft zu stecken: „Es ist gut, wenn man einen Ausbildungsplatz haben möchte. Aber das reicht nicht, die Jugendlichen haben ja auch noch andere Ziele für ihr weiteres Leben.“

Damit das Arbeitsleben auch Spaß macht, rät Zielke Schülern, möglichst viele Praktika zu absolvieren. „Dadurch kann mann herausfinden, ob mir ein Job Spaß macht.“ Jutta Emde, die gemeinsam mit Friedhelm Roth die Aufgaben von Wolfgang Zielke im Übergangsbüro Schule-Beruf übernimmt, warnt aber davor, aus Bequemlichkeit den leichten Weg einzuschlagen: „Irgendwo ein Praktikum zu machen, nur weil dort beispielsweise der Vater arbeitet, bringt nichts. Schüler sollten in die Berufe hineinschnuppern, die sie interessieren.“

Auch kleinere Rückschläge seien laut Emden bei der Berufsfindung normal: „Es ist nicht schlimm, zu scheitern. Man muss nur wieder aufstehen und weitermachen.“

Von Kevin Hildebrand

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