Melsunger Stadtteil Kehrenbach surft am schnellsten

Kehrenbach ist ans Glasfasernetz angeschlossen

Timo Hertwig, Ortsvorsteher von Kehrenbach, und Ingo Saur von der Firma Goetel am Verteilerkasten in Kehrenbach.
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Kehrenbach ist an das schnelle Internet angeschlossen. Bei einigen wenigen Einwohnern hakt es noch etwas. Im Bild Ortsvorsteher Timo Hertwig und Ingo Saur von der Firma Goetel am Verteilerkasten.

Melsungen – Obwohl die Straße in Kehrenbach vor dem Wald endet, kommt die Welt jetzt schneller ins Dorf. Denn das 270-Einwohner-Dorf ist nun ans Glasfasernetz angeschlossen. Damit hat der kleinste Melsunger Stadtteil die schnellste Internetverbindung, sogar schneller als mancherorts in der Kernstadt.

82 Prozent aller Hauseigentümer haben sich für einen Vertrag mit dem Göttinger Telefondienstleister Goetel entschieden. Das ist eine vergleichsweise sehr hohe Quote, sagt Ingo Saur, Projektleiter von Goetel. In Kehrenbach sind nun 200 MBit im Download möglich und 50 MBit im Upload.

Die Bauarbeiten im Dorf hatten im November begonnen und sechs Monate gedauert. In der Zeit wurden die Glasfasern durchs Dorf und Anschlüsse an jedes Haus gelegt. Und jedes Haus hat einen eigenen Strang im Verteilerkasten, der an der Hauptstraße in Höhe des Spielplatzes steht.

Nicht bei allen Kehrenbachern läuft die Verbindung tadellos, insbesondere beim Versenden von Daten, dem Upload, ist die Verbindung langsamer. Aber Projektleiter Ingo Saur versichert, dass die Probleme in den kommenden Tagen beseitigt werden. „Alle Leitungen müssen manuell geschaltet werden, und bei 80 Häusern ist das in ein paar Tagen machbar.“

Auch bei Ortsvorsteher Timo Hertwig klappt es noch nicht ganz reibungslos, er wartet noch darauf, dass er seine alte Rufnummer zurückbekommt. Trotzdem sieht er den Anschluss des Dorfes ans Glasfasernetz als großen Vorteil: „Das ist ein riesengroßer Schritt nach vorne für uns.“

Früher hat das Fernsehbild sonntagnachmittags schon mal gestockt, wenn viele zuhause und im Internet unterwegs waren. „Jetzt ist es egal, ob 80 Leute zeitgleich im Internet sind oder nur einer.“

Die Bewohner in 80 von 97 Häusern hatten sich für einen Vertrag mit Goetel und damit eine schnelle Internetverbindung entschieden. Ortsvorsteher Hertwig und sein Amtsvorgänger Günther Schmoll haben im Vorfeld viele persönliche Gespräche geführt, auch mit Angehörigen von älteren Bewohnern.

„Denn ein Hausanschluss ans Glasfasernetz kann auch bei einem möglichen Hausverkauf später vorteilhaft sein“, sagt Hertwig, „das ist eine Chance, die viele genutzt haben.“

Die Zusammenarbeit der Kehrenbacher mit den Bauarbeitern habe ausgesprochen gut geklappt, sagt Projektleiter Saur: „Es gab hier eine überdurchschnittlich große Gastfreundschaft.“ Manchmal gab es selbst gebackenen Kuchen oder Kannen Kaffee oder auch mal eine Kiste Bier für die Bauarbeiter, die aus Polen, Litauen, Rumänien und Griechenland kamen. „Die Arbeiten haben wie am Fließband geklappt“, berichtet der Ortsvorsteher.

Nächster Baustart

Und wann können die Bauarbeiten in Kirchhof und Schwarzenberg beginnen? Dort wird Goetel auch aktiv und legt die Glasfaser bis an die Häuser, die einen Vertrag mit dem Unternehmen abgeschlossen haben. „Nicht vor August wird ein Termin für einen Baustart festgelegt“, sagt Saur. Der Grund: die aktuell hohe Auftragslage des Unternehmens zwischen Aschaffenburg und Göttingen. In Kirchhof haben 64 Prozent der Eigentümer einen Vertrag abgeschlossen (115 von 180 Häusern), teilt Götel mit. In Schwarzenberg liegt die Quote zurzeit bei 66 Prozent (125 von 190 Häusern). „In Schwarzenberg gibt es jede Woche noch ein paar Nachzügler“, sagt Saur, sodass die Quote dort noch steigen werde. (Claudia Feser)

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