Problem in Melsunger Innenstadt

Kein Bewohnerparkausweis für Nebenwohnsitz 

Woche für Woche das gleiche Spiel: Martin Krüger bringt Einkäufe und Gepäck fürs Wochenende in die Wohnung, möglichst ohne seine Kinder Konrad (5) und Luise (3) allein zu lassen und ohne ein Knöllchen zu bekommen. Foto: Feser

Melsungen. Stress vor der Haustür: Martin Krüger kann das neue Konzept zur Bewirtschaftung der Melsunger Parkflächen nicht nachvollziehen und hatte für seinen Fall auf Kulanz gehofft.

Martin Krüger wohnt an Wochenenden mit seinen Kindern in der Melsunger Kernstadt. Dann hat der Wahl-Melsunger jede Menge Gepäck und Einkäufe in seine Wohnung Am Markt 6 zu schleppen. Fürs Abstellen seines Autos auf den stadtnahen Parkplätzen werden außerdem Gebühren fällig. Eine unerträgliche Situation, meint der Familienvater.

In der Vergangenheit sei die Situation in der Fußgängerzone völlig entspannt gewesen. Seine Wohnung am Marktplatz biete tolle Kinderzimmer und ein friedliches Leben. Neuerdings aber sieht sich Krüger vor ein Problem gestellt: Er erhält von der Stadt keinen Bewohnerparkausweis.

Den bekommen nach Angaben des Ordnungsamtes ausschließlich Melsunger, die ihren Hauptwohnsitz in der Bartenwetzerstadt haben. Sie können mit dem Ausweis ihre Fahrzeuge problemlos auf den gebührenpflichtigen Stellplätzen parken. Außerdem steht ihnen die Möglichkeit offen, in die Fußgängerzone zu fahren und ihr Auto bis zu 15 Minuten vor ihrem Haus oder ihrer Wohnung abzustellen. Solche Rechte hat Krüger nicht. Grund: Er hat seinen Hauptwohnsitz aus beruflichen Gründen in Nordrhein-Westfalen. In Melsungen ist der Familienvater mit Nebenwohnsitz gemeldet. Und damit bekommt er keinen Bewohnerparkausweis.

Wenn Krüger freitags seine dreijährige Tochter Luise und seinen fünfjährigen Sohn Konrad aus der Kreisstadt Homberg abholt, begleitet ihn schon die Frage: Wie nur kommen Einkäufe und Gepäck in die Wohnung, ohne dass die Kinder allein sind und am Auto kein Knöllchen hinterm Scheibenwischer klemmt? Will er dabei nicht weite Wege mit den Kindern zurücklegen, muss er mindestens für den Samstag einen Parkschein ziehen, um sein Auto stadtnah beispielsweise am Eulenturm oder auf der Parkpalette abstellen zu können. Die Regelungen für die Gebührenpflicht hält Krüger für völlig übertrieben.

Was die Anfahrt zur Wohnung angeht, hat das städtische Ordnungsamt indes noch einen Tipp für Menschen mit einem Nebenwohnsitz in Melsungen: Sie können für die Fußgängerzone in begründeten Fällen auf Antrag und für bestimmte Tageszeiten eine Durchfahrtgenehmigung bekommen - die pauschale 15-minütige Parkzeit steht ihnen indes nicht zu, hieß es bei der Stadtverwaltung.

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