Dach drohte, einzustürzen

Wintereinbruch in Melsungen: Einsatzkräfte und Bauhöfe kämpften mit den Schneemassen

Das Hallenzelt des Herkules-Baumarktes in Melsungen drohte, zusammenzustürzen: Einsatzkräfte der Feuerwehren Melsungen und Spangenberg sowie Kräfte der Werkfeuerwehr von B.Braun befreiten das Dach von den Schneemassen.
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Das Hallenzelt des Herkules-Baumarktes in Melsungen drohte, zusammenzustürzen: Einsatzkräfte der Feuerwehren Melsungen und Spangenberg sowie Kräfte der Werkfeuerwehr von B.Braun befreiten das Dach von den Schneemassen.

Die anhaltenden Schneefälle am Sonntag und Montag verwandelten den Kreisteil zwar in eine wunderschöne Winterlandschaft, aber die Schneemassen sorgten vielerorts auch für Probleme.

Melsungen - So waren die Bauhöfe beispielsweise im Dauereinsatz und die Feuerwehr hatte einen besonderen Einsatz am Melsunger Herkules-Markt.

Bauhöfe

Um 4 Uhr begannen die Mitarbeiter des Bauhofs in Körle gestern Morgen mit dem Räumen der Straßen. „Die Situation war anfangs wirklich etwas angespannt“, sagte Bauhofleiter Mirco Hofmann. Bis zum Vormittag habe man die Lage aber schnell in den Griff bekommen.

Sechs Mitarbeiter räumten die Straßen nach dem „Routinestreckenplan“. „Wir schieben den Schnee und streuen dann gleich“, sagt Hofmann. Ein Mann, der am Morgen mit seinem Auto durch Körle fuhr, habe die dortigen Straßenverhältnisse sehr gelobt, erzählte Hofmann stolz. Die Mitarbeiter hätten gute Arbeit geleistet.

Auch in Felsberg hatten die Mitarbeiter des Bauhofs alle Hände voll zu tun: 16 Stadtteile mussten sie am Montag anfahren.

„Bis wir überall einmal waren, dauert es den ganzen Tag“, sagte Bauhofleiter Wolfgang Knaust. Er bat deshalb um Verständnis dafür, dass zunächst einmal Hauptstraßen und Steigungsstrecken geräumt wurden. Die Nebenstraßen könnten vermutlich erst am Dienstag oder Mittwoch angefahren werden.

„Und wenn neuer Schnee kommt, müssen wir wieder von vorn anfangen.“ Anwohner hätten zum Teil wenig Verständnis dafür, dass ihre Straße noch nicht geräumt wurde.

„Wir haben viele Anrufe von Leuten bekommen, die nicht aus ihrer Garage rauskamen.“

Doch wenn ein Räumfahrzeug durch eine schmale Straße fahre, mache das unter Umständen alles noch schlimmer – denn dann werde der Schnee an den Straßenrand geschoben und bilde da eine hohe Barriere. „Man kann den Schnee ja nicht wegzaubern, wenn man ihn wegschiebt, muss er irgendwohin“, sagte Knaust.

Der Betreuungszug

Der Betreuungszug des Deutschen-Roten-Kreuzes Körle/Guxhagen befindet sich seit Sonntag in Alarmbereitschaft, sagt Vorsitzender Michael Oetzel. Sollten auf der Autobahn Menschen in ihren Autos feststecken, könnten die Helfer vorbeikommen, um warmes Essen und Tee zu bringen. „Wir haben am Sonntag eine Voralarmierung bekommen“, sagt Oetzel. Insbesondere da die Gefahr von Stromausfällen bestanden habe und der Betreuungszug mit einem Notstromaggregator ausgestattet ist. Oetzel habe sich gestern Morgen bereits darauf eingestellt, dass er seine Arbeit möglicherweise wegen eines Einsatzes verlassen müsse – „bei den Straßenverhältnissen habe ich uns schon Tee kochen sehen“, sagte er. „Aber noch ist alles ruhig“, sagte er am Montagmittag.

Edeka Hessenring

Wer gestern Morgen zur Arbeit fahren musste, hatte ein Problem. Und auch die, bei denen Fahren die Arbeit ist wie die Lkw-Fahrer der Edeka Hessenring. Sie konnten gestern Morgen nicht aus dem Depot fahren, weil die Straßen zugeschneit waren. „Zwei Drittel der Lkw sind am Sonntagabend noch rausgegangen“, berichtet Hauptgeschäftsführer Florian Kramm.

Dann stand der Edeka-Lkw-Verkehr erst einmal still. Es dauerte bis zum späten Montagvormittag, bis die 108 firmeneigenen Lastwagen von Melsungen aus die 537 Supermärkte in Nord- und Mittelhessen sowie regionale Ausläufer in Süd-Niedersachsen, Thüringen und dem östlichen Westfalen anfahren konnten.

„Wir haben einen halben Tag verloren“, sagt Kramm, aber er beruhigt: „Niemand muss Sorge haben, dass die Regale leer sind.“ Die Verzögerung bei der Auslieferung werden wieder aufgeholt. Das Unternehmen sei diese Belastung gewöhnt, schließlich sei es eine ähnliche Situation wie wenn ein Feiertag in einer Woche liege. „Das wirft uns nicht aus der Bahn.“

Die Logistiker, Disponierer und Fahrer arbeiteten gestern mit Hochdruck daran, die Lastwagen mit Waren zu befüllen und die Märkte zu beliefern. Ob Frischgemüse oder Tiefkühlkost – bei den Waren werde kein Unterschied gemacht: „Wir müssen alle Waren gleichzeitig in die Märkte liefern“, sagt Kramm.

Feuerwehr

Auch die Feuerwehr hatte es am Montag mit einem außergewöhnlichen Einsatz zu tun. Das Hallenzelt am Herkules-Baumarkt in Melsungen, drohte, unter den Schneemassen zusammenzubrechen.

Das etwa 180 Quadratmeter große Hallenzelt wird als Lagerfläche genutzt. Die Seitenteile sind in Stahlbauweise ausgeführt, als Dach dient eine Plane.

Die bis zu 40 Zentimeter hohen Schneemassen drückten so stark auf die Dachplane, dass diese durch das enorme Gewicht einzustürzen drohte und die Marktleitung die Feuerwehr alarmierte. Einsatzkräfte aus Melsungen und Spangenberg waren mehrere Stunden damit beschäftigt, das Dach vom Schnee zu befreien.

Für die Arbeiten in Melsungen wurde auch die Werkfeuerwehr von B. Braun mit dem Teleskopmastfahrzeug angefordert. FotoS: Manfred Schaake, Friedrich Riemann

Hatten alles im Griff: Die Mitarbeiter des Körler Bauhofs mit von links Bauhofleiter Mirco Hofmann und Albert Tara.

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