Keine Kohle ohne Meiler: Kohlenmeilerfest in Günsterode wird verschoben

Ein Dorf zwischen Wäldern: Das belie bte Kohlenmeilerfest, das nur alle zehn Jahre in Günsterode stattfindet, musste wegen Corona abgesagt werden. Foto: Claudia Feser

Günsterode – Die Günsteröder sind enttäuscht: Die zweite Großveranstaltung des Jahres in dem kleinen Melsunger Stadtteil musste nun wegen Corona abgesagt werden: Das Kohlenmeilerfest, das nur alle zehn Jahre stattfindet, muss verschoben werden.

Bereits am Ostersonntag konnten die Feuerräder nicht den Berg hinterrollen – das erste Mal seit 125 Jahren. Die Mitglieder des Vereins zur Pflege und Erhaltung des Brauchtums organisieren Jahr für Jahr den Brauch, den einst Günsteröder aus dem Ruhrgebiet nach Nordhessen brachten. Das Spektakel wird mittlerweile jedes Jahr von bis zu 1500 Besuchern verfolgt. Zum Vergleich: Günsterode hat rund 320 Einwohner.

Das Kohlenmeilerfest hätte zum vierten Mal in Folge stattfinden sollen – nach 1994, 2000 und 2010. Nun musste es abgesagt werden. „Uns blieb keine andere Möglichkeit“, sagte Dennis Bauer, Vorsitzender des Brauchtumsvereins. Der Vorstand habe aber entschieden, das Fest im kommenden Jahr nachzuholen. Für das Fest, das an vier Tagen im Mai und Juni gefeiert werden sollte, wurden bereits im vergangenen Jahr 35 Festmeter Buchenholz nahe des Meilerplatzes gefällt. Damit waren acht Vereinsmitglieder an sieben Samstagen beschäftigt. Nun wird das Holz gelagert und kann im kommenden Jahr verwendet werden.

Drei Wochen braucht das Holz im Meiler, um gut abzubrennen, damit gute Holzkohle entsteht. Am Samstag, 23. Mai, hätte der Meiler entzündet werden sollen. Am Tag drauf war ein Gottesdienst im Grünen, am Meiler, geplant. Spannend wäre es an Fronleichnam, Donnerstag, 11. Juni, geworden, wenn der Meiler geöffnet werden sollte und die Zuschauer traditionelle Handwerkskunst hätten erleben können. Das Ergebnis, die traditionell hergestellte Kohle, sollte am Samstag, 13. Juni, verkauft werden.

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