Melsungen

Kinder dürfen mitbestimmen: Eltern gründeten vor 25 Jahren Krippengruppe in Melsungen

Sie sind gerne draußen: Ein Spaziergang in der Umgebung gehört für die KiM-Kinder zum Tagesplan. Natürlich spielen sie auch gerne im Garten hinterm Haus.
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Sie sind gerne draußen: Ein Spaziergang in der Umgebung gehört für die KiM-Kinder zum Tagesplan. Natürlich spielen sie auch gerne im Garten hinterm Haus.

Die Krippengruppe Kinder in Melsungen wurde vor 25 Jahren von einer Elterninitiative gegründet.

Melsungen – Im Jubiläumsjahr sind bei der Krippengruppe Kinder in Melsungen (KiM) die Jungen deutlich in der Mehrzahl. Von 20 Kindern besuchen aktuell nur vier Mädchen die Melsunger Einrichtung, die vor 25 Jahren von einer Elterninitiative gegründet wurde.

Wer sein Kind bei KiM anmeldet, muss Mitglied im Verein werden und mit anpacken. Die Eltern leisten im Jahr sechs Stunden Arbeit für die Krippe, das sind eine halbe Stunde pro Monat, zum Beispiel fürs Rasenmähen.

Das sei vor Corona immer sehr gesellig gewesen und fördere den Zusammenhalt von Eltern, Kindern und Erziehern, sagt Nina Bartholmai. „Der Kontakt zwischen Eltern und Team ist immer sehr familiär.“

Nina Bartholmai hat vor anderthalb Jahren die pädagogische Leitung übernommen. Zuvor hat Leonore Friedrich die Einrichtung viele Jahre geführt.

Die Krippengruppe geht auf Veronika Riemenschneider zurück, die bereits jahrelang eine private Kindergruppe geleitet hatte. Als sich der Verein Kindergruppe in Melsungen vor 25 Jahren gegründet hatte, war Anne Steube die Leiterin. Später übernahm Leonore Friedrich.

Zehn Erzieherinnen und eine Kinderkrankenschwester betreuen aktuell die 20 Kinder, „das ist vergleichsweise ein sehr guter Betreuungsschlüssel“. Eine Erzieherin wechselt zum September in den Ruhestand, dafür wird nun noch Ersatz gesucht.

Die ersten Jahre war KiM am Tannenwäldchen zuhause, später am Schwarzenberger Weg, und seit 2017 hat der Verein ein Haus an der Grünen Straße gemietet. Dort haben zwei Gruppen á zehn Kinder Platz: Im Erdgeschoss sind die Schmetterlinge, oben die Käfer.

Und es gibt einen schönen Garten mit alten Obstbäumen und viel Platz zum Spielen. Jeden Tag geht es raus in die Natur.

Im vergangenen Jahr hat KiM zwei neue Kinderbusse von der Kuge-Stiftung erhalten. Das sind Wagen mit Sonnensegel, in denen jeweils vier Kinder Platz haben. Mit den Fahrzeugen erkunden die beiden Krippengruppen Stadt und Natur.

Und wenn eines der Unter-Dreijährigen während der Tour doch mal ein Schlafpäuschen braucht, hat es im Wagen einen sicheren Platz.

Ziele sind das Fulda-Ufer („sehr gerne klettern unsere Kinder auf der Skate-Anlage“), die Freundschaftsinsel, wo bei den Kindern Ballspiele und Seifenblasen angesagt sind, oder auch der Wald in Richtung Kirchhof, wo sie mit den Erzieherinnen Natursachen zum Basteln sammeln.

„Die Arbeit mit den Kindern macht einen so glücklich“, berichtet Nina Bartholmai. Sie begleiten die Mädchen und Jungen zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr – beim Laufenlernen, beim Essen- und Trinkenlernen, beim Erlernen von sozialen Kontakten. „Es ist super zu sehen, wie sie sich entwickeln.“

Das war auch schon vor 25 Jahren, bei der Gründung der Elterninitiative, so. Aber neu ist, dass die Kinder explizit partizipieren sollen. Nina Bartholmai erklärt das so: „Früher hat die Erzieherin gesagt, was gespielt wird. Heute haben wir beim Morgenkreis bunte Bildkärtchen.“

Die Kinder erkennen, wofür die Symbole stehen, und sie dürfen dann aussuchen, was gespielt wird.

Aus Platzgründen gibt es zwar kein offenes Konzept in der Einrichtung, aber es gibt Bereiche fürs Kreativsein oder fürs Bewegen. „Wir versuchen, die Bedürfnisse der Kinder aufzugreifen und zu fördern.“

Im Vergleich zu den Anfangsjahren ha sich auch die Betreuungszeit deutlich verlängert. Die Einrichtung ist mittlerweile von 7 bis 16.30 Uhr geöffnet. 70 Prozent der Kinder schlafen über Mittag dort.

Das Modell kommt bei Eltern sehr gut an: „Wir sind schon bis Mitte 2023 ausgebucht“, sagt Leiterin Nina Bartholmai.

Sie erinnert sich sogar an einen Fall, da hat eine Frau ihr ungeborenes Kind angemeldet – die Schwangerschaft war noch in einem so frühen Stadium, dass die künftigen Großeltern noch nichts von ihrem Glück wussten. (Claudia Feser)

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