Coronapandemie wirkt sich auf Umsatz aus

Melsunger Medizintechnikhersteller B. Braun legt Bilanz vor: Kleines Plus beim Gewinn

 Anna Maria Braun, Vorstandsvorsitzende der B. Braun Melsungen AG Bilanz   Geschäftsjahr 2020
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Zufrieden mit den Zahlen: Anna Maria Braun, Vorstandsvorsitzende der B. Braun Melsungen AG, präsentierte am Donnerstag die Bilanz für das Geschäftsjahr 2020.

Ein leichter Rückgang beim Umsatz, aber ein Plus beim Gewinn vor Steuern: Der Melsunger Pharma- und Medizintechnikhersteller B. Braun ist solide durch das zurückliegende Geschäftsjahr 2020 gekommen. Das habe, so Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun (41), auch für B. Braun im Zeichen der Coronapandemie gestanden.

Melsungen – Die B.-Braun-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 7,42 Milliarden Euro erzielt – das ist ein Minus von 45 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern stieg bereinigt indes von 400 auf 416 Millionen Euro. Der Anteil von Forschung und Entwicklung am Umsatz beträgt mit 370 Millionen Euro knapp fünf Prozent, ein Wert, der etwa dem der Vorjahre entspricht.

„Wir haben Resilienz bewiesen“, sagte Anna Maria Braun während der Präsentation mit Finanzvorständin Dr. Annette Beller in Melsungen. Die Presse war per Livestream zugeschaltet.

Gute Nachrichten gibt es für die etwa 7100 Mitarbeiter am Standort in Melsungen. Der Standortsicherungsvertrag sei aktuell finalisiert, sagte Braun. Mit diesem Instrument bleibt der Standort im weltweiten Wettbewerb konkurrenzfähig. Mitarbeiter leisten Mehrstunden und im Gegenzug investiert das Unternehmen in Weiterbildung und den Standort. Dies sei auch aktuell geplant, sagt Braun. Weitere Details zu FIT, so heißt der neue Vertrag, gebe es schon in wenigen Wochen. FIT steht für Future, Invest, Trust, also Zukunft, Investitionen und Vertrauen.

Vertrauen kennzeichne auch die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Neun Veränderungen gab es aktuell im Gremium, dem nicht länger ihr Vater Ludwig Georg Braun vorsitzt. Mit Professor Dr. Thomas Rödder stehe jemand an der Spitze, mit dem der Vorstand eine langjährige wertschätzende Zusammenarbeit verbinde.

Eine Erweiterung der Produktion in Richtung Impfen sei nicht geplant: „Wir konzentrieren uns voll auf die Produkte im Portfolio“, sagte Braun. Man hätte aktuell nicht die technischen Voraussetzungen. Es gebe zwar interessante Ansätze, aber deren Umsetzung benötige Zeit.

Sofort loslegen könnten hingegen die Betriebsärzte des Unternehmens mit dem Impfen der Belegschaft. Einzig der Impfstoff fehle. Dürften sich Unternehmen an der Impfkampagne beteiligen, würde man diese Entscheidung begrüßen, sagte Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun. » 

Zahlen zu B. Braun
7100 Mitarbeiter beschäftigt B. Braun am Standort in Melsungen, davon 3500 in der Produktion (Stand 31.12.2020). Insgesamt waren es zum Stichtag 64 317 Beschäftigte, in Deutschland 15 893, davon 783 Auszubildende (1100 weltweit). Im Geschäftsjahr reduzierte B. Braun seine Nettofinanzschulden um etwa 400 Millionen Euro auf 2,53 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 782 Millionen Euro. (Von Damai D. Dewert)

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