Kommunale Kindertagesstätten in Melsungen streiken wohl ab 8. Mai

Verschlossene Türen: Bereits während des Warnstreiks hatten kommunale Kindertagesstätten geschlossen. Im Bild die Kita Bachfeld in Melsungen. Archivfoto: Pflug

Melsungen. Die drei kommunalen Kindertagesstätten in Melsungen könnten ab Freitag, 8. Mai, unbefristet bestreikt werden. Betroffen wären Eltern von mehr als 200 Kindern.

Ein unbefristeter Streik wäre für viele Eltern eine enorm schwierige Situation, sagt Nadine Ullmar vom Elternbeirat der Kindertagesstätte Kasseler Straße in Melsungen. Besonders treffe es Berufstätige und Alleinerziehende. „Selbst wenn die Eltern von ihren Arbeitgebern Urlaub bekommen, wie sollen sie die regulären Schließzeiten in den Ferien organisieren?“ Auch die Zahlungen für die Betreuung und das Essen liefen weiter.

„Wir stehen voll und ganz hinter den Forderungen der Erzieherinnen“, sagt Ullmar weiter. Dabei spreche sie für den Großteil der Elternschaft. Sie sieht die Arbeitgeber in der Pflicht, die Arbeit der Pädagoginnen aufzuwerten: „Die Arbeitgeberverbände sind gefordert, ein vernünftiges Angebot zu machen. Es ist nicht in Ordnung, die soziale Ungerechtigkeit auf den Rücken der Eltern und Kinder auszutragen.“ Die Erzieher verdienten auf jeden Fall zu wenig, ist ihre Meinung. Die Frauen und Männer hätten eine sehr verantwortungsvolle Arbeit. „Sie kümmern sich schließlich um unsere Kinder. Wer bei einem Autobauer am Band steht, verdient deutlich mehr. Sparen müssen wir woanders, bei unseren Kindern jedenfalls nicht.“

Für unglücklich hält sie den Zeitpunkt des Streiks: Die älteren Kinder stünden vor dem Übergang zur Schule, entsprechende Programme zur Vorbereitung liefen. Notdienste in anderen Kitas seien natürlich wichtig, pädagogisch aber nicht optimal. Gerade die jüngeren müssten sich an neue Umgebungen und Bezugspersonen gewöhnen.

Melsungens Erzieherinnen wollen die Eltern mit ins Boot holen. Dafür, und für weitere Informationen zum Streik, gab es am Mittwoch eine Veranstaltung in der Stadthalle. Über eine wichtige Information konnten die Erzieher und die Gewerkschaft verdi indes keine Auskunft geben: Notdienste. Diese müssten vom Träger, also der Stadt, organisiert werden. Es stehe auch noch nicht fest, ob alle kommunalen Kitas in Melsungen bestreikt würden, sagt Melanie Hucke, Erzieherin in der Kita am Schloth. Sicher sei nur, dass der unbefristete Streik am 8. Mai beginne, sollten mehr als 75 Prozent bei der Urabstimmung dafür votieren.

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