Kliniken im Notstandsmodus

Krankenhäuser im Schwalm-Eder-Kreis nehmen nur noch Notfälle auf

Schwalmstadt/Melsungen. Extrem wie seit Jahren nicht trifft die Welle schwerer Erkältungen, Magen-Darm-Infektionen und Grippeerkrankungen die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis. Nun geraten Pflegeinrichtungen und Kliniken immer stärker unter Druck durch den hohen Krankenstand.

Der medizinische Leiter der Notaufnahme am Asklepios-Klinikum Schwalmstadt spricht von einer Ausnahmesituation: „Täglich verzeichnen wir einen Anstieg neuer Infektionen. Davon betroffen sind mittlerweile leider auch mehr als 40 Kollegen aus dem Pflegebereich.“ Das medizinische Personal gebe weiterhin alles, doch müsse er auch um Verständnis für die Situation bitten.

Konkret bedeutet das, dass OP-Pläne geändert werden, „angesichts der vorherrschenden widrigen Umstände mussten wir leider auch schon geplante Eingriffe absagen und verschieben“. Derzeit können nur noch Notzuweisungen bei Asklepios in Ziegenhain aufgenommen werden, auch aus Nachbarkreisen.

Ähnlich zeigt sich die Lage nach Auskunft von Dr. Dagmar Federwisch am Klinikum Melsungen. Die Klinikgeschäftsführerin bestätigt, dass die Situation dort nicht bedeutend anders aussieht. Beide gehen davon aus, dass sich die Grippewelle bestenfalls in einigen Tagen abschwächen wird.

Ulrich Schneider, Zweiter Geschäftsführer des Roten Kreuzes Schwalm-Eder, berichtet das Gleiche, „bei uns ist etwa ein Drittel der Belegschaft arbeitsunfähig durch Erkältungen, Durchfallerkrankungen oder Grippe“. Durch Doppelschichten und Zusatzdienste in der Freizeit federt das DRK die Engpässe im Rettungs- und Pflegedienst sowie in den Senioreneinrichtungen ab. Schneider: „Es klappt, unsere Mitarbeiter sind bereit dazu.“ Normal sei die Ausprägung der Krankheitswelle nicht, „dieses Jahr ist es extrem“.

Rubriklistenbild: © dpa

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