Kranker Luchs wurde bei Melsungen erschossen

Besonders geschütztes Tier: Luchse dürfen nur getötet werden, wenn aus Tierschutzgründen ein vernünftiger Grund dafür vorliegt. Das war bei dem Luchs bei Melsungen der Fall: Das Tier war offensichtlich krank. Foto: dpa

Melsungen. Ein weiblicher Luchs ist am Dienstag in einem Waldstück bei Melsungen erschossen worden. Das teilt die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium (RP) Kassel mit.

Das Tier habe aus Tierschutzgründen getötet werden müssen. Es sei der erste derartige Fall in Hessen, sagt RP-Sprecher Michael Conrad.

Das augenscheinlich kranke Tier war am Montag von einem Berufsjäger beobachtet und gefilmt worden, wie es sich kaum aus eigener Kraft fortbewegen konnte. Ein Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium hatte laut Mitteilung an Ort und Stelle der Tötung des Tieres zugestimmt, nachdem beobachtet worden war, wie es immer wieder vor Schwäche zusammenbrach.

Das erwachsene Luchsweibchen war so stark abgemagert, dass es nur noch acht Kilogramm wog. Ein ausgewachsener Luchs wiegt zwischen 20 und 25 Kilogramm, weibliche Tiere etwa 15 Prozent weniger. Jetzt wird die Luchsin in einem veterinärmedizinischen Institut pathologisch untersucht, um herauszufinden, ob eine Krankheit oder eine andere Ursache für ihren Zustand verantwortlich war. Eine tierärztliche Versorgung war nicht mehr möglich, da das Tier eine Narkose und einen Transport nicht überlebt hätte.

Um eine besonders geschützte Tierart wie einen Luchs zu töten, braucht man eine naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung. Aus Tierschutzgründen muss für die Tötung ein vernünftiger Grund vorliegen. Das war hier der Fall. Die Hessische Tierschutzbeauftragte wurde informiert und teilt diese Auffassung, teilt das Regierungspräsidium mit.

Der Bestand an Luchsen in Nordhessen ist insgesamt noch sehr klein, aber stabil und verzeichnet eine leicht wachsende Tendenz. In den vergangenen Jahren konnten regelmäßig Jungtiere nachgewiesen werden.

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