Bei Melsunger Kreissynode ging es um Asylsuchende

Diskutierten in der Kreissynode über Asylsuchende und Flüchtlinge und über Beispiele der kreisweiten Hilfsbereitschaft: von links Diakoniepfarrerin Margret Artzt, Silvia Scheffer vom Diakonischen Werk Schwalm-Eder, Uta Blackert, Dr. Gudrun Banniza-Raftopoulos und Lothar Kraß vom Kreisdiakonieausschuss, Dekan Norbert Mecke und der Vorsitzende der Synode, Matthias Ackermann. Foto: Schaake

Melsungen. Asylsuchende und Flüchtlinge waren das Hauptthema der Melsunger Kreissynode.

Asylsuchende und Flüchtlinge waren das Hauptthema der Frühjahrssynode des Kirchenkreises Melsungen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und ihren Ursachen sowie Rahmenbedingungen im Hinblick auf Asylsuche und Zuwanderung bleiben Themen für die kirchliche Arbeit. Das sagte am Ende der über dreistündigen Synode der Präses, Matthias Ackermann.

Aus der Mitte des Glaubens erwachse gesellschaftspolitisches Engagement. In erster Linie gehe es um Menschen, sagte Ackermann: „Die Kreissynode begrüßt die in der Umsetzung begriffenen Kontaktcafés, das Engagement für Begegnung, Hilfe, Anwaltschaft und Integration in den Gemeinden und die vielerorts gute Vernetzung mit Kommune und Vereinen.“

Auch weiterhin, betonte der Präses, werden der Kirchenkreis über den Kreisdiakonieausschuss und das Diakonische Werk im Schwalm-Eder-Kreis Ideen bündeln und vernetzen. Von der Kreissynode solle der Impuls in die Gemeinden gehen, dass es hier nicht um das Tagen zu einem Thema im großen Stil gehe, sondern um die Ermutigung zu kleinen Schritten und hilfreichen Begegnungen - „in dem Wissen, dass Christus in Hilfesuchenden erkannt sein will: Ich bin fremd gewesen, und Ihr habt mich aufgenommen. Was Ihr ihnen getan habt, habt ihr mir getan.“

Mit dem Lied „Damit aus Fremden Freunde werden” stimmten sich die Synodalen auf das Thema ein. Viele positive Beispiele dafür nannten Diakoniepfarrerin Margret Artzt und Silvia Scheffer, Ethnologin und Sozialtherapeutin. Sie ist zuständig für Asylberatung im Diakonischen Werk Schwalm-Eder.

„Sorgen fressen die Menschen förmlich auf“, sagte Scheffer. Die Wartezeit sei für Asylbewerber zermürbend. Neuankömmlinge an die Hand nehmen, ihnen Ansprechpartner bieten - das sei wichtig, sagte Lothar Kraß vom Kreisdiakonieausschuss. Ein Beispiel sei die Arbeit des Arbeitskreises für Toleranz und Menschenwürde in Schwalmstadt. Der war Anfang der 1990er-Jahre gegründet worden, als Flüchtlinge in der Harthbergkaserne untergebracht wurden. Zu den Erfahrungen in Homberg sagte Kraß: „Man lernt sich bei den Begegnungen kennen und schätzen.“ Nach dem Beispiel seien Asylbewerber am 8. April in Melsungen zum Kaffeetrinken eingeladen. Mit der Benennung einer Beauftragten für Asylsuchende habe Melsungen einen guten Schritt getan. Von Asylsuchenden, sagte Sivila Scheffer, höre sie: „Melsungen ist eine tolle Stadt für Familien. Hier möchten wir bleiben.“

Insgesamt 1100 Asylsuchende sind derzeit im Schwalm-Eder-Kreis untergebracht. Das berichtete die für Asylberatung im Diakonischen Werk Schwalm-Eder zuständige Sozialtherapeutin Silvia Scheffer vor der Melsunger Kreissynode. Verteilungsschlüssel und Zuständigkeiten führen laut Scheffer dazu, dass somalische, eritreische, serbische, afghanische und zum Jahresende vermehrt syrische Staatsangehörige dem Landkreis zugewiesen werden. Scheffer: „Es erweist sich als gut, dass der Landkreis bereits seit Beginn des Jahres umfangreich die Unterbringung in Wohnungen praktiziert. Allerdings kann er auf Häuser, in denen 30 bis 50 Menschen einquartiert werden, nicht verzichten.“

Das Jahr 2014 war nach Angaben Scheffers durch eine drastisch steigende Zahl von Asylanträgen gekennzeichnet. Syrien sei das Haupt-Herkunftsland. 22,7 Prozent der bundesweit 173.000 Erstanträge seien von syrischen Staatangehörigen gestellt worden. Serbien und Eritrea folgten als wichtigste Herkunftsländer. Die Zahl der Beratungen im Schwalm-Eder-Kreis sei auf 2031 gestiegen. Die Arbeit des Diakonischen Werks werde über den Kreis hinaus wahrgenommen und angefragt.

Von Manfred Schaake

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