Beschwerden über Abtransport

Kritik an Holzlastern im Wald: Ortsbeirat Kirchhof meldet Probleme

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Endstation: Dieser Laster holt Holz aus dem Wald bei Kirchhof. Die Kurven sind aber eigentlich zu eng für die großen Anhänger.

Dutzende Lastwagen fahren dieser Tage Holz aus den Wäldern der Region ab. Zuletzt gab es deswegen in Kirchhof unschöne Vorkommnisse.

So ist beispielsweise ein Lastwagen aus Belgien den Radweg im Ort entlang gefahren und hat einen Stromkasten zerstört. Laut Polizei entstand ein Schaden in Höhe von 2000 Euro. Ein anderer Lastwagen hat einen Ölfleck hinterlassen, einer hat sich wegen des zu geringen Kurvendurchmessers im Wald festgefahren und die Feldwege und Schotterstraßen rund um den Ort sind stark in Mitleidenschaft gezogen.

Im Ort regt sich Widerstand: Zu viele Lastwagen und meistens seien die Fahrer ortsunkundig, so lauten die Vorwürfe des Ortsbeirats.

Es sei total bedauerlich, dass es in Kirchhof innerhalb weniger Wochen zu zwei Vorfällen gekommen sei, sagt Petra Westphal, Leiterin des Forstamtes Melsungen. Der Lastwagenverkehr sei eine bedauerliche Belastung für die Anwohner. „Wir sind auch nicht zufrieden mit der Gesamtsituation.“

Die vielen Holzabfuhren seien aber kein nordhessisches Problem. Es gebe aktuell massive Schäden wegen der Dürre und der anhaltenden Hitze im deutschen Wald. Wegen der immensen Mengen Holz, die aus dem Wald transportiert werden müssen und den Weltmarkt überfluteten, seien die Preise im Keller. Die Bäume – es handelt sich überwiegend um Fichten – sind fast schon unverkäuflich. Glücklicherweise habe das Forstamt gute Kontakte zu chinesischen Abnehmern. Diese organisierten die Abholung allerdings selbst. „Wir verduchen, dass diese Abfuhren möglichst reibungslos laufen. Wir stellen den Abnehmern detaillierte Karten zur Verfügung.“ 

Auf diesen seien geeignete Straßen und Wege eingezeichnet. Dieses Kartenmatrial werde an die Fuhrleute weitergegeben. „Das geht auch in den allermeisten Fällen gut“, sagt Westphal. Es fänden aktuell schließlich dutzende, wenn nicht hunderte solcher Fahrten statt. „Wenn es nicht gut läuft, passiert so etwas wie jetzt in Kirchhof.“ Der Käufer habe das Kartenmaterial nicht weitergegeben und die Fahrer hätten sich dann selbst einen Weg gesucht. 

„Das liegt bedauerlicherweise außerhalb unserer Einflussmöglichkeiten. Wenn wir solche Hinweise erhalten, nehmen wir die sehr ernst und versuchen auch, dass für uns Mögliche zu veranlassen.“ Dazu gehöre Kontakt mit dem Kunden aufzunehmen und sicherzustellen, dass die vorgegebenen Routen eingehalten werden. Es seien sogar Wegposten im Gespräch gewesen. Der Kunde sei verpflichtet, für alle Schäden aufzukommen. Es werde noch bis in den Oktober vermehrt zu Abfuhren von Holz aus dem Wald kommen. „Wir wissen, dass es eine Belastung für die Bevölkerung ist – insbesondere für Erholungssuchende. Aber all dies sei nötig, um den Wald zu schützen und die Borkenkäferplage einzudämmen.“

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