Kritik an neuer öffentlichen Toilette am Melsunger Rathaus

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Es ist seit einer Woche geöffnet: Das neue Toilettenhäuschen im hinteren Teil des historischen Melsunger Rathauses.

Melsungen. Nach der Inbetriebnahme der neuen öffentlichen Toilette am Melsunger Rathaus scheiden sich die Geister am Klohäuschen. Die Besucher der Stadt nutzen die Toilette eifrig, andererseits wird die Außenansicht kritisiert.

Walter Höppner (66) aus Melsungen benutzte die Toilette am Freitag und war zufrieden mit der Innenausstattung und Optik. „Das ist sehr modern“, meinte er. Er habe die frühere Toilette auch oft aufgesucht. Der Rentner zieht täglich seine Runden durch die Stadt, weshalb er dann auch mal müsse.

Grundsätzlich findet er den Anbau optisch gut gelungen, dennoch würde sich das Gebäude nicht optimal in das Fachwerk einfügen.

Gerade für Ältere sei die Anlage sehr wichtig, sagt auch Helga Pfeiffer (79) aus Felsberg. Es sei praktisch, wenn man öfters das Örtchen aufsuchen müsse. Dennoch meint auch sie, man hätte es dem Rathaus besser anpassen müssen.

Das denkt auch Lisa Heiwig (18) aus Schwarzenberg. „Keine Toilette ist aber auch keine Lösung.“ Die Studentin schaute sie sich erstmals genau an. Das sei bei Partys in der Stadt doch toll, sagt sie.

„Die ist doch zehnmal besser als die alte“, sagte Heidi Sagan (64) aus Melsungen. Die Kosmetikerin findet das Haus ein bisschen groß, aber sonst okay. Sie geht das erste Mal hinein. „Oh, das ist aber schön warm,“ sagte sie, als sie die Tür öffnete. Die Toiletten sind beheizt, das empfand sie als sehr positiv, auch die Einrichtung gefiel. Wenn es sauber bleibe, sei das wirklich eine gute Toilette.

Waltraud Nöding (58) aus Binsförth findet, das Häuschen sieht aus wie ein Container. „Die Farbe geht ja noch, aber man hätte es mehr dem Fachwerk anpassen können.“

Martin Bierach (30) aus Melsungen wohnt in der Stadt und muss die Toilette nicht wirklich nutzen. „Der Bau sollte wohl nicht so auffallen“, vermutete er. Deshalb habe man wohl die graue Farbe gewählt.

Aber der alte Bau sei ja auch nicht wirklich attraktiv gewesen. Richtig findet er nun die neue Behindertentoilette.

Denkmalpflege war bei der Planung dabei

Das Gebäude wurde in Absprache mit der Denkmalpflege gebaut, sagte Architekt Jürgen Schormann. Intention sei es gewesen, dass es sich dem Rathaus unterordne, aber nicht nach historischem Vorbild gebaut werde. Der Neubau mit den grauen Platten spiegele die Schindeln des Rathauses wieder. Die Türen in der roten Umrandung nehmen das Rot des Fachwerks auf. Alle Armaturen sind berührungslos. Spültasten und Wasserhähne müssen wegen der Hygiene nicht mehr angefasst werden. Das Gebäude umfasst eine Damentoilette mit zwei WC, die Herrentoilette hat drei Urinale und ein WC, dazu kommt die barrierefreie Toilette. Die Sanitäranlagen sind allesamt aus Edelstahl gefertigt.

Behinderten-WC defekt

Die Behinderten-Toilette ist derzeit defekt. Laut Bauamt ist die Spülung nicht in Ordnung. Die Toilette sei daher nicht in Betrieb, sagte Bauamtsleiter Martin Dohmann. „Wir warten auf die Ersatzteile.“ Bis dahin müsse die Einrichtung am Sand genutzt werden. Die Behindertentoilette ist nur mit einem Euro-WC-Schlüssel zu nutzen. Das habe den Vorteil, dass wirklich nur behinderte Menschen auf die Toilette gingen, sagte Dohmann. Die hygienischen Bedingungen seien für Behindertentoiletten besonders wichtig. 

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