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La Conchiglia in Melsungen kocht für Bedürftige - nur wenige kommen

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Von: Kerim Eskalen

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Enttäuscht über die ausbleibende Teilnahme: Alexandra Küllmer, Domenico Fati und Gisela Witzel veranstalteten im La Conchiglia einen gratis Restaurantbesuch für Menschen, die es sich nicht so einfach leisten können.
Enttäuscht über die ausbleibende Teilnahme: Alexandra Küllmer, Domenico Fati und Gisela Witzel veranstalteten im La Conchiglia einen gratis Restaurantbesuch für Menschen, die es sich nicht so einfach leisten können. © Kerim Eskalen

Bedürftigen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, das wollte Domenico Fati, Küchenchef vom La Conchiglia in Melsungen.

Melsungen – Für viele Menschen ist der Restaurantbesuch Luxus. Deshalb hat der 56-jährige Fati, den alle nur Mimmo nennen, am Dienstag mehrere kostenlose Gerichte für Menschen gekocht, die ansonsten eher kein Geld für einen Restaurantbesuch haben. Die Idee kam dem 56-jährigen Fati zu Weihnachten. Unterstützt wurde er von der Melsungerin Gisela Witzel.

In Erwartung, dass viele Personen das Angebot annähmen, schloss Restaurantleiterin Alexandra Küllmer für die Hilfsaktion den normalen Betrieb im La Conchiglia bereits ab 12 Uhr.

Nur 10 Personen nehmen das Angebot wahr

Zur Absicherung habe das La Conchiglia-Team die Teilnehmerzahl vorsorglich auf 40 Personen begrenzt. Gekommen sind nur zehn. „Ich habe viele Menschen auf der Straße angesprochen und eingeladen. Leider sind nur wenige gekommen“, erklärt Gisela Witzel enttäuscht. „Ich vermute, dass sich viele Leute schämen, so ein Angebot anzunehmen.“ Viele Personen, die sie angesprochen habe, seien zwar nicht abgeneigt, jedoch sehr zurückhaltend gewesen.

Kritik äußert sie an der fehlenden Unterstützung von Verbänden und Privatleuten. Hier habe sie eine größere positive Resonanz erwartet.

Auch Alexandra Küllmer zeigt sich enttäuscht von den wenigen Besuchern: „All die Menschen, die mich auf den Artikel in der Zeitung angesprochen haben, fanden die Idee toll.“ Wenn sie in Italien sei, bemerke sie, dass die Menschen dort eine andere Mentalität hätten. Dort würden sich die Menschen nicht schämen, kostenlose Angebote anzunehmen. „Jeder ist dort bei jedem willkommen“, erklärt sie.

„Das Essen ist großartig“

An der Qualität des Essens habe die sehr klein ausgefallene Teilnehmerzahl jedoch nicht gelegen. Das bestätigt Familie Hunger aus Melsungen: „Das Essen ist großartig. Es schmeckt wunderbar“, bestätigt Mutter Simone Hunger. „Wir nutzen die Aktion gerne, weil wir unser Geld für Dinge wie Rechnungen brauchen.“ Auch ihr 14-jähriger Sohn Tony lobt das Angebot. Er verstehe jedoch nicht, weshalb nur so wenige Personen die Aktion wahrnehmen: „In Melsungen brauchen viele Menschen Hilfe und nur so wenige kommen.“

Loben das Angebot im Restaurant: Tony und Mutter Simone Hunger.
Loben das Angebot im Restaurant: Tony und Mutter Simone Hunger. © Kerim Eskalen

Auch Jaqueline Renz aus Körle, freut sich über das Angebot. Für sie habe Gisela Witzel eine aufopferungsvolle Arbeit geleistet. „Gisela hat mich angesprochen und gefragt, ob ich kommen möchte“, sagt Renz. Sie habe nicht gezögert. Es sei eine tolle Aktion, um Menschen in Not einen schönen Moment zu schenken.

Das Beste daraus machen

Neben Fleischgerichten mit Schnitzeln und Lasagne gab es auch vegetarisches Essen mit Rigatoni und Salat. „Es war für jeden was dabei“, bestätigt Alexandra Küllmer. Dabei konnten sich die Besucher im Anschluss an das Essen im Restaurant sogar eine weitere Portion mit nach Hause nehmen.

Trotz der hinter den Erwartungen zurückgeblieben Teilnehmerzahl wollte man sich die Stimmung nicht verleiden lassen. „Wir machen das Beste draus“, erklärt Witzel. „Vielleicht müssen die Leute erst einmal sehen, dass es solche Aktionen gibt.“ Weitergehen solle es in jedem Fall: In Zukunft hoffen sie, weitere Veranstaltung dieser Art auszurichten.
(Kerim Eskalen)

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