Leader-Förderregion: Zwei Millionen Euro für den Kreisteil Melsungen

Melsungen. Die Region Mittleres Fuldatal ist als Leader-Förderregion anerkannt. Damit die zwei Millionen Fördergeld verteilt werden können, soll am Mittwoch in Melsungen ein Verein gegründet werden.

Dieser Verein soll „Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal“ heißen.

Was ist das Besondere am neuen Leader-Programm? 

Es ist ein EU-Förderprogramm zur Entwicklung der ländlichen Region und Wirtschaftskraft für den Zeitraum 2015 bis 2020. Es bietet zum ersten Mal einer Region die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, welche Projekte gefördert werden - nach Richtlinien, die auf die Region zugeschnitten sind.

Wie viel Geld kommt durch dieses Programm in die Region? Und wo kommt es her? 

Rund zwei Millionen Euro stehen für Projektentwicklung und -umsetzung zur Verfügung. 24 hessische Region sind für das Leader-Programm anerkannt, die insgesamt 53 Millionen Euro erhalten. Das Geld kommt von der EU und dem Land Hessen.

Warum muss nun ein Verein gegründet werden? 

Das Leader-Programm funktioniert nach dem so genannten Bottom-up-Prinzip: Es wird nicht von Verwaltungsobrigkeiten aufgesetzt, sondern die Menschen vor Ort sollen mitarbeiten. Deshalb muss eine öffentlich-private Partnerschaft gegründet werden.

Wer kann Mitglied dieses Vereins werden? 

Mitglied kann jeder werden, der sich für seinen Ort engagiert, zum Beispiel in einem Verein, und Interesse an Regionalentwicklung hat. Aber auch Städte, Gemeinden, Privatwirtschaft, Vereine, Verbände, Wissenschafts-Institutionen sowie Initiativen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Was ist die Aufgabe dieses Vereins?

Er wählt zum Beispiel alle drei Jahre das wichtige Gremium für die Vergabe des Fördergeldes, den Förderrat.

Was genau macht der Förderrat? 

Er besteht aus öffentlichen und zivilen Mitgliedern und hat die verantwortungsvolle Aufgabe zu bestimmen, wer Geld aus dem EU-Programm bekommt und wer nicht.

Wie funktioniert das genau? 

Wer ein Projekt umsetzen möchte und dafür Fördergeld aus dem Leader-Programm haben möchte, muss sich zunächst bei Regionalmanagerin Marion Karmann vom Zweckverband Mittleres Fuldatal melden. Sie berät und hilft bei der Antragstellung. Dann wird der Antrag beim Förderrat eingereicht. Dieser tagt vier Mal im Jahr und beurteilt das Projekt nach einer festen Bewertungsmatrix, ob es in die Handlungsfelder hineinpasst.

Was sind diese Handlungsfelder? 

Die Handlungsfelder wurden, genau wie die Entwicklungsziele, im Vorfeld entwickelt. Es gibt drei Handlungsfelder. Unter „Örtliches Leben und Infrastruktur“ fallen unter anderem die Themenbereiche Mobilität in der Region, generationsübergreifende Struktur und Regionidentität. Zum Handlungsfeld „Regionale Wirtschaft, Bildung, Umwelt, Energie“ zählen Existenzgründungen, Bildung, Klimaschutz. Das dritte Handlungsfeld heißt „Tourismus, Naherholung, Kultur“ und schließt Gastronomie, kulturhistorisches Erbe und Themenpfad ein.

Und wie lange dauert es von der Antragsstellung bis zur Bewilligung? 

Das kann bis zu einem Jahr dauern.

Termin:  Gründungsversammlung des Vereins Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal am Mittwoch, 25. Februar, 19.30 Uhr, Stadthalle Melsungen

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