Er liebt Formeln: David Lewerenz arbeitet als Chemielaborant bei B.Braun

Im Zentrallabor: David Lewerenz arbeitet als Chemielaborant bei B. Braun und ist für den Bereich Validierung in der Chemischen Analytik zuständig. Im Bild sitzt er mit seinem Laptop an einem Aminosäurenanalysator. Foto: Feser

Melsungen. Wir sind B. Braun heißt unsere Serie über den größten Arbeitgeber der Region. Wir stellen einige der Mitarbeiter und ihre Arbeitsbereiche vor.

In Chemie hatte er schon immer eine Eins. Und als David Lewerenz in der neunten Realschulklasse im Berufsinformationszentrum auf Berufssuche war, tippte er sein Lieblingsfach in den Computer. Der schlug ihm sofort den Beruf Chemielaborant vor. Spätestens da war klar, dass Chemie sein Berufsziel sein wird. Jetzt, neun Jahre später, arbeitet David Lewerenz als Chemielaborant im Zentrallabor bei B. Braun.

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„Ich liebe Strukturformeln“, sagt der 24-Jährige. Was manchen mit Grausen an den Chemieunterricht in der Schule zurückdenken lässt, zaubert Davide Lewerenz ein Strahlen aufs Gesicht: Strukturformeln, also die Darstellung von Atombindungen. Die findet Lewerenz so toll, weil sie einem immer im Alltag begegnen. Zum Beispiel bei der Photosynthese der Pflanzen, bei der aus der Reaktion von Sonnenlicht und Sauerstoff Zucker entsteht. Nach der Realschule machte er eine Ausbildung zum Chemielaboranten bei einem Pharmazeutikhersteller in Marburg. Nach der Abschlussprüfung und einem halben Jahr Berufspraxis bewarb er sich im Dezember 2010 bei der B. Braun AG in Melsungen - und wurde sofort genommen. Weil er im Januar anfangen sollte, musste er über Weihnachten in Melsungen auf Wohnungssuche gehen. Das klappte, und seit Januar 2011 lebt Lewerenz in seiner neuen Heimat. Nach der Arbeit geht er gerne schwimmen und trifft Freunde.

Seine eigentliche Berufskleidung, den weißen Kittel und die Schutzbrille, tauscht er mittlerweile meistens gegen Anzug und Hemd. Denn Lewerenz arbeitet nur noch selten mit Pipette und Kolben: Seit einem Jahr ist er im Zentrallabor für den Bereich Validierung zuständig. Mit zwei anderen Kollegen tüftelt Lewerenz zum Beispiel Methoden aus, wie Aminosäuren in einem Produkt geprüft werden können. Sein Hauptwerkzeug ist dabei der Laptop, sagt Lewerenz. Seine Chefin Dörthe Feuersenger sagt: Hauptwerkzeug sei der Kopf. Denn Lewerenz und seine Kollegen müssen viel ausprobieren und tüfteln, bis ein valides Prüfverfahren eingerichtet wird. Bei B. Braun wird mit 20 Aminosäuren gearbeitet - bislang wurde erst ein Prüfverfahren für die erste Aminosäure abgeschlossen. Das hat ein Dreivierteljahr gedauert.

Aber es macht Lewerenz Riesenspaß. Er sagt: „Ich bin Fan von Aminosäuren.“ Zum Beispiel Lysin, mit der Formel C6H14N2O2 oder Tryptrophan, C11H12N2O2, oder Asparagin, C4H8N2O3. Das hat ihm schon damals, im Chemieunterricht, viel Spaß gemacht. Und erst recht, die Strukturformeln dazu aufzuschreiben.

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