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Lieferengpässe sorgen für Verzögerung der Sanierung in Melsunger Stadtkirche

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Von: Claudia Feser

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Alte Technik: Die alten Steuerungsgeräte in der Orgel werden durch Chips ersetzt.
Alte Technik: Die alten Steuerungsgeräte in der Orgel werden durch Chips ersetzt. © Claudia Feser

Unter dem aktuellen Chipmangel leiden die Autoindustrie, die Produktion von Computer und Handys – und die Orgel in der Melsunger Stadtkirche.

Melsungen – Denn dort stocken die Arbeiten, weil elektronische Steuerteile für den Spieltisch und das Auxiliar-Werk fehlen. Es gibt gravierende Lieferengpässe. Hinzu kommt die Insolvenz eines großen Zulieferers für Orgelbauteile. „Das fühlt sich so an, wie wenn für die Autoindustrie Conti oder Bosch ausfallen“, sagt Orgelbaumeiter Peter Kozeluh.

In seiner Werkstatt in Rotenburg werden 80 Prozent aller Teile für die Orgel selbst hergestellt. Aber eben nicht alle, erst recht nicht die elektrischen Teile wie Chips. Die sollen zum Beispiel die alten Steuerungsgeräte ersetzen, bei denen sich im Laufe der Jahre Lötstellen gelöst haben und die Kunststoffplatinen brüchig geworden sind.

Chipmangel: Orgel der Stadtkirche nicht spielbereit

Wer in der Kirche steht und das Orgelgehäuse mit den vielen Pfeifen und vor allem den prächtigen Prospektpfeifen stehen sieht, könnte meinen, dass doch alles gut ist. Aber die Orgel ist noch lange nicht spielbereit: Es fehlen der Spieltisch mit den Tasten, Pedalen und Registern sowie das Auxiliarwerk.

Das knapp drei Tonnen schwere Zusatz-Instrument steht noch in der Rotenburger Werkstatt. Es wird demnächst auf seinen neuen Platz auf der Empore der Melsunger Stadtkirche aufgebaut, vier Meter von der Hauptorgel entfernt.

Alte Technik: Die alten Steuerungsgeräte in der Orgel werden durch Chips ersetzt.
Alte Technik: Die alten Steuerungsgeräte in der Orgel werden durch Chips ersetzt. © Claudia Feser

Von deren Spieltisch aus wird das Auxiliarwerk über elektrische Impulse angespielt. Die Hauptorgel hat eine neue Optik: Sie ist nicht mehr Grau wie die Kirchenbänke, sondern Beige wie die Borte ganz oben an den Säulen.

Außerdem hat die Thüringer Firma, die das Orgelgehäuse gestaltet hat, die Farbe in Schattierungen aufgebracht, die sich zum Spieltisch hin verdichten und damit dunkler werden.

Orgelprojekt sollte bis Ostern abgeschlossen sein

Eigentlich sollte das Melsunger Orgelprojekt bis Ostern abgeschlossen sein. Wann die Noeske-Orgel das erste Mal wieder gespielt werden kann, ist ungewiss und hängt von der Lieferung der Chips ab. Fakt ist, dass die Intonation der Hauptorgel und des Auxiliarwerks etwa zwei Monate lang dauern werden, kündigt Orgelbaumeister Kozeluh an.

Bezirkskantorin Kornelia Kupski freut sich schon sehr auf das erste Mal, an dem sie die sanierte Orgel spielen kann. Auch dank des neuen Auxiliarwerks ist die musikalische Bandbreite der Orgel deutlich vergrößert worden. „Damit kann die ganze Musik ab 1780 bis heute adäquat erschlossen werden.“ (Claudia Feser)

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