Melsungen

Linden sorgen für Ärger: Anwohner der Bergstraße in Röhrenfurth fordern stärkeren Rückschnitt

Alles liegt voll mit Lindenblüten: von links die Anwohner Siegfried Markefka und Tanja Kiefer an der Bergstraße in Röhrenfurth.
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Alles liegt voll mit Lindenblüten: von links die Anwohner Siegfried Markefka und Tanja Kiefer an der Bergstraße in Röhrenfurth.

Drei große, alte Linden an der Bergstraße in Röhrenfurth sorgen für Frust bei den Anwohnern. Der Grund: Die Bäume werfen riesige Mengen an Blüten und Blättern ab.

Röhrenfurth - Anlieger fordern, dass die Stadt als Eigentümerin der Linden eingreift.

Die Probleme

Tanja Kiefer gehört zu jenen Röhrenfurthern, denen die Linden ein Dorn im Auge sind. Wenn die 50-Jährige im Sommer auf ihrer Terrasse isst, vergeht ihr schnell der Appetit. Denn es reiche ein Windstoß, und der ganze Teller liege voller Lindenblüten.

Die drei hohen Linden mit ihren ausladenden Baumkronen stehen direkt neben Kiefers Grundstück an der Bergstraße, gegenüber der Grundschule. Sie und andere Anwohner ärgern sich seit Langem darüber, dass die Bäume so viel abwerfen.

„Wenn der Wind kommt, ist das Zeug überall“, beklagt auch der 79-jährige Siegfried Markefka. „Und nach den Blüten kommen im Herbst die Blätter“, ergänzt Kiefer. Hinzu komme, dass der Lindenabwurf sehr klebrig sei – die Rückstände ließen sich nur schwer entfernen.

Die Blüten häufen sich auch auf dem Bürgersteig – und den müssen die Anlieger regelmäßig kehren. „Wir kehren, aber es nützt nichts, weil ja gleich alles wieder voll liegt“, sagt Kiefer. Und es gibt noch etwas, über das sie sich ärgert: „Viele Leute im Dorf denken, es seien unsere Bäume.“

Die Wünsche

Kiefer hat bereits bei der Stadt angefragt, ob deren Mitarbeiter nicht die Reinigung des Bürgersteigs übernehmen könnten. Doch die Antwort sei klipp und klar gewesen: Die 50-Jährige fand einen Zettel im Briefkasten vor.

Darauf stand, dass sie als Eigentümerin des Grundstücks verpflichtet sei, den Gehweg vor ihrem Haus sauber zu halten.

„Ich will die Bäume nicht komplett weghaben“, betont Kiefer. Ihr sei klar, dass man die alten Linden erhalten müsse. Sie wünsche sich aber dass die Bäume stärker zurückgeschnitten würden, um die Menge an herabfallenden Blüten und Blättern etwas zu reduzieren.

Mit dieser Bitte hat sich die 50-Jährige auch schon an die Stadt Melsungen gewandt. „Es war auch jemand da, der die Bäume begutachtet hat“, erzählt sie. Dann seien Baumkletterer gekommen und hätten die Zweige etwas gekürzt: „So viel“, sagt Kiefer und zeigt es mit den Händen – etwa zehn Zentimeter.

Geändert habe sich dadurch nichts. Die Stadt habe ihr auf Anfrage außerdem mitgeteilt, dass die Bäume zum Stadtbild gehörten und keine Änderungen vorgesehen seien, berichtet die Röhrenfurtherin.

Mittlerweile ist Kiefer so frustriert, dass sie sich an die HNA gewandt hat. „Ich habe den Melsunger Bürgermeister schon zu mir nach Hause zum Essen eingeladen“, erzählt Kiefer.

Dann könne er mal selbst erleben, wie das Essen von einem Teller voller Lindenblüten schmecke. Doch bislang habe Markus Boucsein die Einladung nicht angenommen.

Bauamt: Wir müssen Bäume erhalten

„Ich verstehe den Einwand der Leute“, sagt die Melsunger Bauamtsleiterin Nadine Finn. Aber komplett beseitigen lasse sich das Problem nicht.

Die Stadt sei dazu verpflichtet, die Bäume zu erhalten – und das sei im Interesse aller: „Bäume sind gut fürs Stadtklima, sie befeuchten und beschatten“, erklärt Finn.

Doch die Bäume zu erhalten und gleichzeitig so stark zurückzuschneiden, dass herabfallende Blüten und Blätter die Anwohner nicht mehr störten, sei kaum möglich. „Wir können die Linden nicht auf einer Seite abrasieren – dann stirbt der Baum.“

Bei der nächsten Baumbeschau werde man nochmal intensiver prüfen, ob sich die Linden noch etwas stärker zurückschneiden ließen. Es gehe nicht darum, dass man den Leuten nicht helfen wolle.

Aber man könne keine Sonderlösungen schaffen, sagt Finn mit Blick auf die Bitte von Anliegern um Unterstützung bei der Beseitigung von Lindenblüten und -blättern. Laut Straßenreinigungssatzung sei jeder verpflichtet, seinen Gehweg sauber zu halten.

Die Stadt habe den betroffenen Anwohnern aber bereits angeboten, das gesammelte Laub für sie zu entsorgen, damit sie die Blätter nicht auf ihrem Grundstück lagern müssten. (Judith Féaux De Lacroix)

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