Im Kampf gegen das Coronavirus

Rentnerin verkauft selbstgenähte Masken am Fenster

Wilma Kiefer reicht einen Korb mit Masken aus einem Fenster.
+
Den Mund-Nasen-Schutz gibt’s im Körbchen: Wilma Kiefer hat all ihre Produkte selbst genäht, jetzt verkauft sie sie und spendet einen Teil des Erlöses.

Wilma Kiefer aus Melsungen nähte wochenlang gegen die Coronakrise an, verkaufte selbstgenähte Masken an einem Fenster in Stadt – jetzt ist damit Schluss.

Wilma Kiefer verpackt die selbst genähte Mund-Nasen-Bedeckung in eine Tüte und reicht sie durchs Fenster auf die Straße. „Das ist mein Corona-Modell, das ist besonders beliebt“, sagt sie, ehe sie für die weiße Stoffmaske mit blauen, virusähnlichen Punkten von einer Passantin fünf Euro kassiert.

Seit Anfang Mai steht die Rentnerin fast jeden Tag am Fenster ihrer extra angemieteten Ladenfläche an der Brückenstraße und verkauft ihre selbst entworfene Mund-Nasen-Bedeckungen. Das Besondere: Einen Teil des Erlöses – einen vierstelligen Betrag – spendet die 73-Jährige an den „Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen“. Doch nach mehr als acht Wochen ist am 4. Juli Schluss mit dem Fensterverkauf. „Es kommen nicht mehr so viele Leute wie zu Beginn der Krise. Ich habe das Gefühl, dass langsam alle eingedeckt sind“, sagt sie.

Rund 15 Minuten benötigt Kiefer, um eine Mund-Nasen-Bedeckung herzustellen. Knapp 1000 Exemplare des Stoff-Schutzes habe sie genäht, fast 300 liegen noch im Raum hinter dem Fenster.

Coronavirus: Rentnerin macht Masken-Ausverkauf in Melsungen

„Ich mache jetzt noch einen kleinen Ausverkauf für fünf Euro das Stück, einschließlich Spende“, sagt Kiefer, die zu Beginn der Coronakrise schlichtweg helfen wollte und deshalb die Immobilie in der Altstadt für ihren Fensterverkauf anmietete. „Damals war es wirklich schwierig, einen Mund-Nasen-Schutz zu bekommen, also habe ich mir überlegt, wie ich helfen kann. Und jetzt stehe ich hier am Fenster.“

Wilma Kiefer verkauft nicht nur Masken, auch Bilder ihres Mannes stellt sie aus.

Doch bei Kiefer gibt’s nicht nur das passende Mund-Nasen-Schutz-Modell. Auch Bilder ihres Mannes stellt sie aus. „Wir sind beide sehr kreativ.“ Bei der Mund-Nasen-Bedeckung habe er aber nur mit den Gummiseilen geholfen, berichtet sie mit einem Schmunzel.

Coronavirus: Kiefers Masken sind in ganz Deutschland verteilt

Selbstverständlich sei Kiefer froh, dass ihre Masken bei den Leuten so gut angekommen sind. Etwas wehmütig ist sie nach mehr als acht Wochen Fensterverkauf dennoch: „Es war zwar sehr viel Arbeit, aber es hat auch großen Spaß gemacht, für die Melsunger und die Touristen aus ganz Deutschland zu nähen“, sagt sie.

Kiefer wisse, dass ihre Mund-Nasen-Bedeckungen mittlerweile in Freiburg, Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Leipzig getragen werde. „Toll, wenn die Leute dadurch auch dort gesund bleiben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.