Kreisteil Melsungen

Mastbau startet im Frühling: 380-Kilovolt-Leitung von Wahle nach Mecklar

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Nylonseile werden auf Masten gespannt bei Ludwigsau Gerterode. Die Aufnahme entstand im Juni.

Im Frühling kommenden Jahres soll in der Region der Mastbau für die 380-Kilovolt-Stromtrasse Wahle–Mecklar starten. 230 Kilometer lang soll sie werden.

Die Stromtrasse führt von Ludwigsau-Mecklar bei Bad Hersfeld bis nach Wahle (zwischen Peine und Braunschweig). Weitere Details zur Trasse, die unter anderem durch Körle, Albshausen und Malsfeld führen wird, haben wir mit Markus Lieberknecht, Sprecher des Stromnetzbetreibers Tennet, geklärt.

Wann startet der Bau der Stromtrasse im Kreisteil Melsungen?

Zwischen den Gemeindegrenzen Körle/Melsungen und Mühlbach/Ludwigsau werden im kommenden Winter die restlichen Rodungsarbeiten erledigt. Anschließend ist für Anfang 2020 der Wegebau und im Frühling 2020 der Mastbau geplant. Im Bereich für die Bauabschnitte von Körle bis zur Landesgrenze ist für den kommenden Winter im Söhrewald Holzeinschlag geplant und voraussichtlich in 2021 der Baubeginn.

Wo im Schwalm-Eder-Kreis wird voraussichtlich der erste Strom-Mast errichtet?

Konkret könne das erst nach Erstellung der jeweiligen Detailterminpläne gesagt werden, sagt Lieberknecht. Aber voraussichtlich wird der Bau von Süden nach Norden erfolgen. Im Schwalm-Eder-Kreis werden die ersten Maste voraussichtlich im südöstlichen Gemeindegebiet von Knüllwald errichtet.

Vergangenen Sommer hieß es noch, dass der Bau in der Region schon Anfang dieses Jahres starten soll. Wieso hat sich der Bau der Trasse verzögert?

Erste Bauvorbereitungen im hessischen Abschnitt seien bereits im ersten Quartal 2018 begonnen worden, so Lieberknecht. Was besonders lange gedauert hat: Im Bereich Ludwigsau wird die bestehende 380-kV-Leitung Borken-Mecklar auf der neuen Leitung Wahle-Mecklar mitgenommen. „Um die Wohnbebauung zu entlasten, mussten für die bestehende Leitung sehr aufwendig zu planende Abschaltzeiten eingerichtet werden“, erklärt Lieberknecht. Um die Abschaltzeiten der wichtigen Ost-West-Verbindung Borken-Mecklar, die weiter nach Thüringen führt, möglichst kurz zu halten, habe man sich vorrangig auf den Bereich Ludwigsau fokussiert.

In welchen Bereichen im Kreisteil Melsungen gibt es trassenbedingte Einschränkungen für die Einwohner?

Wegen der neuen Stromtrasse werden zwei Waldkindergärten umziehen, der in Malsfeld und der in Körle. Beide Gemeinden haben neue Standorte gefunden, so Lieberknecht. Die Eröffnung des neuen Waldkindergartens der Gemeinde Körle ist für Ende September geplant. Tennet trägt die Kosten für die Verlegung der Waldkindergärten. Weitere dauerhafte Einschränkungen wird es – abgesehen von den Maststandorten – nicht geben, teilt Tennet mit.

Wo wurden bereits erste Vorarbeiten für die Stromtrasse ausgeführt?

Nördlich, nordwestlich und westlich von Melsungen wurden die Arbeitsflächen im vergangenen Winter freigemacht.

Wie ist insgesamt der Stand?

Die Umspannwerke in Wahle und in Mecklar sind bereits fertig auf die neue Stromtrasse vorbereitet, teilt Tennet mit. Das neue Umspannwerk in Lamspringe wird seit Ende 2018 gebaut, und das alte Umspannwerk in Hardegsen befindet sich seit zwei Jahren im Umbau, sagt Lieberknecht. In Ludwigsau stehen bereits 32 Masten, und die Seilzugarbeiten stehen kurz vor dem Abschluss. Zwischen Einbeck und Hardegsen im Abschnitt B stehen weitere Masten und der Bau schreitet voran. Im Abschnitt A zwischen Wahle und Lamspringe haben die bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen, und im Oktober dieses Jahres wird der Bau des rund 13 Kilometer langen Erdkabelabschnitts beginnen. „Für den Abschnitt B zwischen dem Umspannwerk Hardegsen und der hessisch-niedersächsischen Landesgrenze erwarten wir bis zum Ende des Jahres den Planfeststellungsbeschluss.“

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