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Angehende Melsunger Forstwirte berichten aus ihrem Alltag

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Von: Marvin Hinrichsen

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Im Wald bei Spangenberg: Die Auszubildenden Felix Horn (19, von links) und Joel Brüßler (19) arbeiten mit Forstwirtschaftsmeister Thomas Leutebrand (58).
Im Wald bei Spangenberg: Die Auszubildenden Felix Horn (19, von links) und Joel Brüßler (19) arbeiten mit Forstwirtschaftsmeister Thomas Leutebrand (58). © Marvin Hinrichsen

Wer sich in Melsungen zum nächsten Jahr auf die Ausbildung zum Forstwirt bewerben möchte, braucht nicht nur einen guten Schulabschluss, sondern auch ein Gespür für die Natur.

Melsungen – „Wichtig ist, dass die Auszubildenden ein Gefühl für den Wald mitbringen“, sagt der 58-jährige Forstwirtschaftsmeister Thomas Leutebrand. „Ein guter Hauptschulabschluss ist die Voraussetzung, aber es kommt auf viel mehr an.“

Außer der Naturverbundenheit sei auch die soziale Kompetenz wichtig. „Bei gefährlichen Arbeiten, zum Beispiel hoch oben im Baum, müssen die Auszubildenden sich zu 100 Prozent aufeinander verlassen können“, sagt Leutebrand. „Außerdem ist es nötig, ein gewisses Geschick mitzubringen.“ Anpacken und koordiniertes Arbeiten sei ebenfalls gefragt.

Die Ausbildung zum Forstwirt dauert drei Jahre. Praxis und Theorie wechseln sich ab. „In drei Jahren werden insgesamt 25 Wochen Theorie am Hessischen Forstamt in Weilburg unterrichtet“, sagt Leutebrand. „Dort kommen alle hessischen Auszubildenden zum Forstwirt zusammen.“

Die Mischung zwischen Theorie und Praxis sei hilfreich, um sich von den körperlichen Strapazen erholen zu können. „Die Arbeitstage waren am Anfang sehr hart und ungewohnt“, sagt Joel Brüßler (19), Auszubildender im dritten Lehrjahr aus Wanfried.

Brüßlers gleichaltriger Kollege Felix Horn, ebenfalls im dritten Lehrjahr, bestätigt das. „Die erste Zeit, waren wir echt platt nach der Arbeit“, sagt er. „Die körperliche Belastung ist nicht außer Acht zu lassen.“ Es sei wichtig, eine gewisse Grundfitness mitzubringen. Dafür seien die Tätigkeiten vielseitig und ausgewogen. „An erster Stelle steht der Naturschutz.“ Dafür müssten die Auszubildenden viel draußen arbeiten. Sie sollten sich daher gut auf Wind und Wetter vorbereiteten.

„Die Auszubildenden kümmern sich um die Wiederbewaldung, das Pflegen und Bepflanzen des Waldes“, erklärt Forstamtsleiterin Petra Westphal. Auch die Artenkenntnis sei fester Bestandteil der Ausbildung. „Es ist erforderlich, als Forstwirt zu wissen, welche Pflanzen im Wald wachsen.“

„Außer der Pflanzenkunde sei auch die Einweisung in verschiedene Geräte Teil der Ausbildung“, sagt Brüßler. Dennoch würden die spannende Arbeit und die Tätigkeiten im Wald alles entschädigen. „Es ist toll, jeden Tag neue Herausforderungen zu haben und nebenbei noch in der Natur arbeiten zu können.“

Pünktlich Feierabend gebe es aber nicht immer. „Der Arbeitstag ist nach acht Stunden oft noch nicht vorbei“, sagt Horn.

Kontakt: per E-Mail an ForstamtMelsungen@forst.hessen.de (Marvin Hinrichsen)

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