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Bildungsmesse in Melsungen findet wieder in Präsenz statt

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Von: Damai Dewert

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Wieder in Präsenz: Coronabedingt pausierte die Bildungsmesse Melsungen im vergangenen Jahr. Das Bild entstand 2019 und zeigt Sandra Kost (zweite von links) und Marc Böhmer (vierter von links) bei Annika Hofmann und Michael Bender vom Zollamt Gießen sowie bei Volker Schulz (rechts) vom Polizeirevier Nordhessen. Archiv
Wieder in Präsenz: Coronabedingt pausierte die Bildungsmesse Melsungen im vergangenen Jahr. Das Bild entstand 2019 und zeigt Sandra Kost (zweite von links) und Marc Böhmer (vierter von links) bei Annika Hofmann und Michael Bender vom Zollamt Gießen sowie bei Volker Schulz (rechts) vom Polizeirevier Nordhessen. © Tina Hartung

Zahlreichen Unternehmen fehlen Auszubildende und Facharbeiter. Viele Stellen bleiben unbesetzt. Abhilfe soll die Melsunger Bildungsmesse am Samstag, 24. September, schaffen.

Melsungen – Der Anteil junger Menschen, die eine Ausbildung machen wollen, ist rückläufig. Das sagt Markus Gille, Schulleiter der Beruflichen Schulen. Die Gründe für die vielen offenen Stellen seien vielfältig, sagt Gille. 80 Prozent der Fachoberschüler gingen zwar in eine Ausbildung und nur jeweils zehn Prozent entschieden sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr und das Studium.

Aber auch mit den jungen Menschen, die sich aus anderen Schulformen für eine Ausbildung entschieden, seien es absolut noch zu wenig. „Wir sehen, dass es zunehmend mehr Jugendliche direkt in ein Beschäftigungsverhältnis zieht.“ Diese arbeiteten dann im Einzelhandel, als Paketzusteller und in anderen Jobs.

„Das Geld lockt“, sagt Gille. Dort verdienten sie zwar erst mal mehr Geld, als sie in einer Ausbildung bekämen, opferten dafür aber berufliche Perspektive und die berufliche Expertise. Die Ausbildungsvergütung liege in der Regel zwischen 400 und 900 Euro – das sei nicht konkurrenzfähig. Einen Beitrag leisteten außerdem Serien, Filme und vor allem die sozialen Medien. Dort würde nicht über erfolgreiche Handwerker und Kleinunternehmer berichtet. Vielmehr sei es angesagt, Influencer zu werden. Auch erfolgreich seien Ärzte und Anwälte.

„Die jugendlichen bekommen so einen verzerrten Eindruck von der realen Arbeitswelt“, sagt Gille. Gegen diese Vorurteile müssten die Betriebe dann wieder ankämpfen.

Das Thema Work-Life-Balance spiele indes tatsächlich eine immer größere Rolle. „Die Prioritäten verschieben sich.“ Viele Firmen reagierten aber bereits darauf.

Dazu gehöre auch eine moderne Ansprache und Kommunikation.

Die Radko-Stöckl-Schule und der Bildungsfonds Schwalm-Eder wollen mit der Bildungsmesse genau bei diesen Themen helfen: Betriebe und Bewerber zusammenbringen, den Dialog unterstützen. Alle Schulen des Schulverbundes seien eingeladen. Gemeinsam mit vielen externen Partnern würden Möglichkeiten und Karrieregänge in beruflicher Bildung gezeigt.

Die Bildungsmesse findet nicht an der Schule, sondern im Messezentrum der Edeka Hessenring statt: „Eine Messe in der Schule ist keine gute Idee“, sagt Gille. Daher auch der Samstag als Veranstaltungstag. Auf mehr als 2000 Quadratmetern gibt es mehr als 100 Angebote.

Die Liste der teilnehmenden Arbeitgeber reicht von der Agentur für Arbeit, B. Braun, die Bundespolizei über die Kreissparkasse Schwalm-Eder, Sartorius bis hin zu Wikus.

Bildungsmesse: Veranstaltung: Messsezentrum der Edeka Hessenring im Industriegebiet Pfieffeweise, Termin: Samstag, 24. September, von 10 bis 14 Uhr. (Damai D. Dewert)

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