Melsungen: Spiele für ein Miteinander

Christian-Bitter-Schule in Melsungen will Kinder in Coronazeiten stärken

Abstand halten beim gemeinsamen Spielen: Referendare der Christian-Bitter-Schule in Melsungen haben ein Schulentwicklungsprojekt für die Coronazeiten auf die Beine gestellt. Im Bild von links Schulleiterin Annette Freiboth und die Referendare Johanna Scheunert, Franziska Presler und Hannes Hafer. Das Bild ist in der vergangenen Woche, vor der Bundesnotbremse, entstanden.
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Abstand halten beim gemeinsamen Spielen: Referendare der Christian-Bitter-Schule in Melsungen haben ein Schulentwicklungsprojekt für die Coronazeiten auf die Beine gestellt. Im Bild von links Schulleiterin Annette Freiboth und die Referendare Johanna Scheunert, Franziska Presler und Hannes Hafer. Das Bild ist in der vergangenen Woche, vor der Bundesnotbremse, entstanden.

Wer erinnert sich nicht an die Pausen, in denen Fangen auf dem Schulhof gespielt wurde. Oder ans Tuscheln mit dem Sitznachbarn im Klassenraum. Dies alles ist in Coronazeiten nicht mehr möglich.

Melsungen – Stattdessen müssen sich die Grundschüler an Regeln halten: Maskenpflicht, Abstandswahrung, Kontakteinschränkung.

„Wir wollen die Kinder wieder zusammenbringen“, sagt Johanna Scheunert, Lehrkraft im Vorbereitungsdienst (LiV) an der Christian-Bitter-Schule. Mit ihren LiV-Kollegen Franziska Presler und Hannes Hafer hat sie sich Übungen und Spiele für den Schulalltag ausgedacht, die das soziale Miteinander in der Coronapandemie stärken sollen. Einige Spiele sind sogar für den Familienalltag tauglich.

Da gibt es zum Beispiel das bunte Schwungtuch. Das kann beispielsweise für die Spiele „Ball oben halten“ und „Löcheriges Tuch“ genutzt werden. Und ist dabei völlig coronaregelkonform, denn der Abstand kann mit den Halteschlaufen am Rand bestens eingehalten werden. Das Tuch kommt bei den Grundschülern aller Altersklassen gut an und machte beim Ausprobieren auf dem Schulhof mächtig Eindruck.

„Seit zwei Wochen liegt mir meine 2. Klasse in den Ohren, wann sie das Tuch endlich ausprobieren dürfen“, berichtet Hannes Hafer, der in der Klasse 2 Mathe unterrichtet.

Die drei Referendare haben alle Übungen und Spiele ausprobiert und in einem Ordner beschrieben, der nun im Lehrerzimmer und damit allen Kollegen zur Verfügung steht. Die Materialien liegen in einer Box bereit. Bei der Finanzierung half nicht nur das Budget der Schule, sondern auch der Förderverein für ein zukunftsfähiges Melsungen, der das Projekt mit 2000 Euro unterstützte.

Damit konnte beispielsweise das Spiel Team-Turm angeschafft werden. Dabei müssen alle Kinder zusammenarbeiten: Seile müssen gespannt werden, an denen Haken hängen, mit denen ein Turm aus Holzklötzen gebaut werden kann.

Bei diesem Spiel kommt es auf die Motorik und die Kommunikation der Kinder an, denn nur gemeinsam ist die Aufgabe zu bewältigen. „Und sie entwickeln dabei einen Ehrgeiz, das Ziel zu erreichen“, berichtet Hannes Hafer. Außerdem schule dieses Spiel, genau wie die übrigen, die Kooperation und die Teamfähigkeit der Grundschüler und ihr soziales Miteinander.

Außerdem werde damit auch aufgefangen, woran es in Coronazeiten mangele: körperliche Nähe. „Je jünger die Kinder sind, desto größer ist ihr Bedarf an körperlicher Nähe, Sie lernen aufgrund von Bindung“, sagt Schulleiterin Annette Freiboth, „und wir müssen jetzt die Bindung über andere Dinge herstellen.“

Sie unterstützt das Schulentwicklungsprojekt der drei Referendare – auch weil es auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. Denn die Spielesammlung ist auch nach der Pandemie eine Bereicherung für alle Klassengemeinschaften an der Christian-Bitter-Schule.

Die Grundschule wird von 249 Mädchen und Jungen besucht, sie werden von 25 Lehrern und Betreuungskräften unterrichtet.

(Claudia Feser)

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