Mit dem Fahrrad zur Arbeit 

Er radelt bei Wind und Wetter: Melsunger fährt täglich 27 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit 

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Jeden Tag geht’s für ihn 27 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit: Frank Möller ist Lkw-Fahrer bei der Edeka Hessenring und pendelt zwischen Melsungen und Rommerode – mit dem Fahrrad. 

Frank Möller fährt jedem Tag 27 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit. Egal bei welchem Wetter. 

  • Frank Möller fährt jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit bei Edeka von Rommerode nach Melsungen.
  • Die Strecke ist 27 Kilometer lang.
  • Der 56-Jährige fährt bei jedem Wetter mit dem Rad.

Egal wie das Wetter ist: Frank Möller fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit. 27 Kilometer hin, 27 Kilometer zurück. Möller ist56 Jahre alt, kommt aus Rommerode und ist Lkw-Fahrer bei der Edeka in Melsungen.

Schlechtes Wetter hält ihn nicht ab

Selbst ein Gewitter hält ihn nicht ab: „Wenn ich mit dem Rad zur Arbeit gefahren bin und es nach Feierabend gewittert, muss ich ja wieder mit dem Rad nach Hause.“

Schlechtes Wetter kennt Möller eigentlich nicht, selbst Kälte bis minus 10 Grad ist kein Problem für ihn. Nur bei hohem Schneematsch steigt er doch lieber ins Auto. 

„Dann habe ich aber schlechte Laune“, gibt er zu. Und das wissen seine Kollegen. Einige halten ihn ein bisschen für verrückt, weiß er und lacht.

Lkw-Fahrer aus Leidenschaft

Möller liebt auch dasLkw-Fahren, die Übersicht auf dem Bock, die Maschine, die Kraft. „Lkw-Fahren ist meine Berufung“, sagt er. Schon als kleiner Junge wusste er, dass er mal Lkw-Fahrer werden wird. 

Schon sein Vater war Fernfahrer, und er saß schon als Steppke neben ihm. Später, mit zwölf, durfte er auf einem Firmengelände ein paar Runden drehen. Spätestens da war alles klar für ihn.

Nach der Schule lernte Möller aber erst mal Kfz-Mechaniker, was ja auch als Brummifahrer hilfreich sein kann. Außerdem musste er warten, bis er 21 war, denn erst dann durfte er den Lkw-Führerschein machen. 

Er kannte Mailand besser als Melsungen

Von da an war er Fernfahrer und hauptsächlich zwischen Dänemark und Italien unterwegs. „In Mailand kannte ich mich besser aus als in Melsungen oder in Kassel.“ 

Und damals gab es ja weder Navi noch Google-Maps. „Da musste ich eben Straßenkarte lesen oder an der Tanke nach dem Weg fragen.“ Italienisch spricht er zwar nicht, aber für den Alltagsgebrauch reicht’s.

Anderthalb Stunden Weg zur Arbeit

Seit 2008 arbeitet Möller in Melsungen, Früh- und Nachtschicht. Seine Nachtschicht fängt um 23 Uhr an, da muss er zuhause anderthalb Stunden früher losfahren. 

Sein Arbeitsweg führt ihn über Hessisch Lichtenau und Spangenberg nach Melsungen. Sein Lieblingsabschnitt ist die Strecke zwischen Schnellrode und Spangenberg; da geht’s abseits derB 487

Nach Feierabend, um 6 Uhr, muss er dann wieder nach Hause radeln und 350 Höhenmeter zwischen Melsungen und Rommerode bewältigen. Kein Problem für ihn, der mit seinen Vereinskollegen vom RSC Weimar auch schon den Alpencross gefahren ist.

Auf der Bundesstraße wird es gefährlich

Die Hälfte der Route ist Bundesstraße. Da kommt es immer mal wieder zu brenzligen Situationen, obwohl er drei helle Rücklichter am Fahrrad hat („Meine Beleuchtung ist so hell wie bei einem Auto“). Insbesondere Brummis überholen ihn manchmal mit nur 20 Zentimeter Abstand.

Frank Möller hat vier hochwertige Räder: ein Treckingrad für jeden Tag, ein leichtes Rennrad, das er nur mal im Sommer nutzt („Damit spare ich im Sommer zehn Minuten“) und zwei Mountainbikes

Mit denen macht er an den Wochenende Touren mit seinen Vereinskollegen. Da ist ihnen dann völlig egal, wie das Wetter ist: Radfahren kann man beijedem Wetter.

Auch andere fahren viel mit dem Rad

Hans-Bernd Schmidt aus Bad Emstal fährt 13.000 Kilometer im Jahr mit dem Fahrrad. Er hat das Radfahren vor 16 Jahren für sich entdeckt. 

Auch der 81-Jährige Hilmar Kirschhöfer radelt sehr gerne. Er fährt 10.000 Kilometer im Jahr. 

Der Argentinier Matyas Amaya ist sogar 80.000 Kilometer in fünf Jahren mit dem Fahrrad gefahren. Durch 37 Länder radelte er zur WM nach Moskau.

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