Love-Scamming

Drei Frauen aus Schwalm-Eder-Kreis von Online-Bekanntschaft um Geld betrogen

Schwalm-Eder. Drei Fälle von Love-Scamming wurden bei der Polizei im Schwalm-Eder-Kreis angezeigt. Bei dieser Betrugsmasche gaukeln die Täter Freundschaft und Liebe vor und prellen die Opfer schließlich um Geld.

Drei Frauen im Alter zwischen 40 und 78 Jahren fielen laut Polizei jetzt auf Betrüger herein. Die Masche ist immer dieselbe: Die Frauen lernten auf verschiedenen Online-Partnerbörsen Männer kennen. Bei den aktuellen Fällen handelte es sich um einen angeblichen US-Soldaten, der in Syrien stationiert ist, einen angeblichen Ingenieur sowie um einen angeblichen US-General. Über verschiedene Online-Kontaktmöglichkeiten wie WhatsApp, Google-Hangout und Facebook bauten die Täter ein Vertrauensverhältnis mit den Frauen auf. Nach mehreren Wochen wurde dann von den Männern eine finanzielle Notlage geschildert und die Frauen kurzzeitig um Geld gebten – mit zum Teil wüsten Geschichten.

In einem der drei Fälle seien bereits 8500 Euro ins Ausland überwiesen worden, berichtet Markus Brettschneider, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

In einem weiteren Fall verhinderte ein aufmerksamer Bankmitarbeiter die Überweisung von 6000 Euro. Im dritten Fall ist noch nicht bekannt, ob ein Schaden eingetreten ist. Die 78-Jährige aus dem Schwalm-Eder-Kreis war bereits schon einmal auf diese Masche hereingefallen. Aufgrund des rechtzeitigen Einschreitens der Kriminalpolizei erlitt die 78-Jährige keinen Schaden.

Opfer können sich strafbar machen

Achtung: Auch die Opfer können sich strafbar machen. Die Ermittler des Betrugskommissariats K 20, weisen ausdrücklich darauf hin, dass Geschädigte sich der Geldwäsche strafbar machen können, wenn sie Geldbeträge, welche ihnen auf ihr Konto überwiesen werden ins Ausland weitertransferieren. Dabei spiele es keine Rolle, dass ihnen zuvor Lügenmärchen aufgetischt worden seien.

Scamming (engl. frei übersetzt: „betrügen“) wird von zahlreichen Internet-Gaunern betrieben. Die Betrüger haben das Ziel, die Opfer um ihr Geld zu erleichtern. Scamm-Männer geben sich als Soldaten, Ingenieure, Architekten oder Computerspezialisten aus. Auf den Fotos des bekommen weibliche Opfer eine attraktive weiße Person präsentiert - die Bilder sind allerdings gestohlen. Und auch wenn der „Neue“ vorgibt, in Amerika oder im europäischen Ausland zu leben, so sitzt er wahrscheinlich in Westafrika. Davon merken die Opfer allerdings nichts, denn diese Chat-Bekanntschaften sprechen perfekt Englisch oder benutzen kostspielige Übersetzungstools für ihre Mails. Auch Männer sollen mit weiblichen Profilen hereingelegt werden. Rat der Polizei: Niemals sollte man Geld an Menschen überweisen, die nur Online kennt.  

Rubriklistenbild: © Montage: Damai Dewert

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