"Es tut der Seele gut"

Melsungen: Den klassischen Gottesdienst ins Bewusstsein rufen

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Gib Deiner Seele einen Sonntag: Anja Sostmann (53) aus Spangenberg mit den Einladungen für „Spürbar Sonntag“.

Kreisteil Melsungen. Interview mit Kirchenvorstand Anja Sostmann (53) aus Spangenberg über die Aktion "Spürbar Sonntag".

Was bedeutet Sonntag eigentlich für uns? Der Tag der Ruhe wird mittlerweile weniger mit dem Gang in die Kirche verbunden. Das findet Anja Sostmann (53), Kirchenvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Melsungen schade. Die Aktion „Spürbar Sonntag“ soll den klassischen Gottesdienst wieder ins Bewusstsein rufen.

Was halten Sie von der Aktion?

Anja Sostmann: Ich finde die Aktion richtig gut. Der Sinn dahinter ist ja der Gedanke: Was ist Sonntag eigentlich für uns? Dass so ein Gottesdienst auch zum Sonntag gehört, geht inzwischen ein bisschen verloren. Die Aktion soll ins Bewusstsein rufen, dass es den Gottesdienst gibt und dass er den Menschen etwas geben kann.

Was gibt Ihnen der Gottesdienst?

Sostmann: Es tut der Seele einfach gut. Ich nehme immer irgendwas aus der Predigt mit. Die Themen sind teilweise aktuell. Manchmal gibt es bei uns in Spangenberg Literaturgottesdienste. Auch spannende Kriminalfälle werden mal zum Thema. Das gibt mir immer Impulse, über den Alltag hinaus zu denken. Ich finde es einfach schön, mal über andere Sachen nachzudenken als über Arbeit, Kinder und Haushalt.

Gehen Sie regelmäßig sonntags in den Gottesdienst?

Sostmann: Ja. Im Kirchenkreis gibt es ein gutes Angebot. Wenn ich am Sonntagmorgen um halb elf etwas Anderes vorhabe, habe ich trotzdem die Gelegenheit einen schönen Gottesdienst zu besuchen. Den Abendgottesdienst zum Beispiel.

Warum ist die Aktion „Spürbar Sonntag“ so wichtig?

Sostmann: Auf der Einladung steht: Weil es dem Sonntag und der Seele einfach gut tut. Das ist auch ein schönes Motto. Der Ursprung ist ja, dass zu einem ganz normalen Gottesdienst eingeladen wird. Zum klassischen Gottesdienst, der zu unserer christlichen Sonntagskultur eigentlich dazugehört.

Was ist an diesem Gottesdienst am Sonntag in Spangenberg anders?

Sostmann: Es ist der Gemeindefestgottesdienst. Ein ganz normaler Gottesdienst, eingebettet in das Gemeindefest. Dieser Gottesdienst findet nicht in der Kirche, sondern auf der Wiese im Hospitalpark in Spangenberg statt.

Was haben die Einladungskarten für eine Funktion?

Sostmann: Menschen, die den Gottesdienst lieben, können Menschen, die ihnen am Herzen liegen, persönlich dazu einladen.

Sprechen Sie danach mit den Leuten?

Sostmann: Ja. Menschen, die nicht so oft in den Gottesdienst gehen, geben dann auch positive Rückmeldungen. Sie sagen: „Das war ja eigentlich gar nicht so schlecht. Hätten wir gar nicht gedacht.“ In der Konfirmandenzeit sehen wir das besonders. Da werden die Eltern drei Mal zu den Gottesdiensten eingeladen. Danach sieht man viele von ihnen wieder öfter im Gottesdienst. 

Zur Person: Anja Sostmann aus Spangenberg ist seit 2007 Kirchenvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Melsungen. Nach ihrem Abitur studierte die 53-Jährige Pharmazie in Frankfurt und Kiel. Seit 20 Jahren arbeitet sie in der Melsunger Rosen Apotheke und leitet seit 2012 die Bartenwetzer Apotheke. Sostmann ist seit 1992 verheiratet und hat zwei Söhne.

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