An Bach- und Flussläufen im Stadtgebiet

Melsungen hat Rattenproblem: Köderboxen wegen eines toten Waschbären in Kritik  

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Der tote Waschbär am Wassertretbecken gibt Rätsel auf. Zumindest an Rattengift kann er laut dem Schädlingsbekämpfer nicht gestorben sein.

Weil sich die Beschwerden über Ratten gehäuft hätten, habe man nun einen Schädlingsbekämpfer beauftragt, sagt Bauamtsleiter Martin Dohmann auf Anfrage.

Seit Juli befüllen Mitarbeiter vom Hamburger Unternehmen Bertram Hygiene regelmäßig Köderboxen an Bach- und Flussläufen im Stadtgebiet, sagt Roman Brehmer von Bertram. Die schwarzen Boxen würden alle drei bis vier Wochen kontrolliert und befüllt. „Solange die Giftköder gefressen werden, sind die Ratten noch am Leben.“

In die Kritik geraten war die Bekämpfungsaktion jetzt, als ein Waschbär am Montag tot und optisch unversehrt am Wassertretbecken lag. Leser vermuteten sofort einen Zusammenhang. Andere Tiere könnten an den Giftködern allerdings keinen Schaden nehmen, da die Boxen nur für Ratten zugänglich seien, sagt Brehmer. „Man müsste die Boxen mit einem Hammer zerstören, um an die Köder zu kommen.“ 

Pathologische Untersuchung nicht geplant

Das bestätigt Jäger Gerhard Becker aus Melsungen: „Wenn die Giftköder ordnungsgemäß ausgebracht werden, dann sind sie für andere Tiere definitiv nicht zugänglich.“ Der Waschbär könnte auch an Staupe erkrankt gewesen sein, sagt Becker. Normalerweise würde sich ein krankes Tier zum Sterben an einen ruhigen Ort zurückziehen, „aber es kann auch sein, dass er auf dem Weg ins Gebüsch zusammengebrochen ist“, sagt Becker. 

Gewissheit über die Todesursache könne nur eine pathologische Untersuchung bringen. Laut Dohmann wird der tote Waschbär vom Abdecker entsorgt. Eine Untersuchung der Todesursache sei nicht geplant.

Keine Essensreste in Natur werfen

Auch im Kanalnetz wurden Ratten bekämpft. „Da sind wir jetzt schädlingsfrei“, sagt Dohmann. An Bach- und Flussläufen gehe die Bekämpfung indes weiter. Die Anwohner müssen aber keine Angst haben, dass bald überall tote Ratten herumliegen: Die Tiere verenden in ihren Bauten, sagt Brehmer. Ratten vermehrten sich das ganze Jahr über rasant, erklärt der Experte. Wenn sie nicht regelmäßig bekämpft würden, dann nähmen sie schnell überhand – so wie in Melsungen. 

Essensreste sollten nie in die Natur geworfen werden. Auch sollten Reste nicht in der Toilette entsorgt werden. „Darüber freuen sich die Ratten in den Kanälen“, sagt Brehmer. Die getrennte Abfallentsorgung sei zudem wichtig.

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