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Melsunger Klinik steht vor dem Aus: Schwalm-Eder-Kreis und GNH kooperieren nicht

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Von: Damai Dewert

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Das Asklepios-Krankenhaus Melsungen wird nur noch bis zum Jahresende betrieben. Wie es danach weitergeht, ist ungewiss. © Damai Dewert

Die Zukunft des Melsunger Krankenhauses ist ungewiss. Kreis und Gesundheit Nordhessen Holding werden nicht kooperieren. Die Kosten seien zu hoch.

Melsungen - Der Landkreis Schwalm-Eder, die Stadt Kassel und die Gesundheit Nordhessen (GNH) werden ihren Gremien vorschlagen, die Pläne für eine mögliche Übernahme des Asklepios Klinikums Melsungen aufzugeben. Das teilte Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Jürgen Kaufmann am Montag (26. September) im Kreistag in Melsungen mit. Im April dieses Jahres hatten die drei Parteien erklärt, gemeinsam prüfen zu wollen, ob das Krankenhaus im Bestand oder als Neubau zukunftssicher aufgestellt werden kann. In den letzten Monaten haben sich alle Beteiligten intensiv darum bemüht, sinnvolle medizinische Versorgungskonzepte und finanziell tragbare Optionen für das Melsunger Krankenhaus zu finden.

Um die Investitionskosten, die mit einem Neubau einhergehen, zu reduzieren, wurde auch der Weiterbetrieb im Bestandsgebäude geprüft. Die Pläne dafür haben sich aber als nicht realisierbar erwiesen. Ein Neubau sei angesichts der stark steigenden Baukosten allerdings zum aktuellen Zeitpunkt nicht finanzierbar. Die Förderung durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) könne nicht erweitert werden und der Betrieb könne die entsprechend höheren Baukosten (oder eine Miete) nicht erwirtschaften. Dazu komme, dass der Landkreis die Baukostenlücke in Verbindung mit den hohen Anlaufverlusten eines Neustartes des Krankenhauses nicht tragen könne. Ein zusätzliches finanzielles Risiko für alle Beteiligten: Die tatsächlichen Baukosten seien aktuell nur schwer zu kalkulieren.

Krankenhaus in Melsungen vor dem Aus: Kreis will finanzielles Risiko eines Neubaus wohl nicht eingehen

Die Parteien hätten daher einvernehmlich entschieden, ihren Gremien vorzuschlagen, das hohe finanzielle Risiko des Neustartes und Neubaus nicht einzugehen und die Pläne für einen gemeinschaftlichen Betrieb des Melsunger Krankenhauses vorerst ruhen zu lassen.

Die GNH wird sich aber laut Mitteilung in enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis für eine qualitativ gute und verlässliche notärztliche Versorgung in der Region einsetzen. Das Unternehmen ist bereits in der Stadt und dem Landkreis Kassel mit der Besetzung der Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) engagiert, um die Versorgung in der Fläche sicherzustellen.

Gleichzeitig, so berichtete Kaufmann im Kreistag, sei Asklepios nicht willens, die Klinik über den 31. Dezember 2022 hinaus zu betreiben. „Das ist für uns inakzeptabel. Wir sehen nach wie vor die Versorgungspflicht bei Asklepios“, sagte Kaufmann im Kreistag. Dies sei dem Landkreis in einem Gespräch im Sozialministerium am vergangenen Mittwoch durch den zuständigen Abteilungsleiter und seine Mitarbeiter bestätigt worden.

Von Asklepios-Geschäftsführerin Dr. Dagmar Federwisch gibt es ein Dementi: Es sei mitnichten so, dass es ein Datum gebe, zu dem der Versorgungsauftrag zurückgegeben werde. Die Personalsituation sei angespannt, dies sei dem Ministerium mitgeteilt worden. Aber auch nicht mehr. (Damai Dewert)

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