Ärztehaus

Modern und funktional: Letzte der drei Praxen in Melsunger Ärztehaus belegt

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Das Ärztehaus in Melsungen ist voll. Die letzte der drei Praxen ist belegt.

Das Ärztehaus in Melsungen ist voll. Die letzte der drei Praxen ist belegt.

An das Fachwerkhaus, das seit zwei Jahrhunderten an der Bahnhofstraße 16 stand, erinnern nur noch einige Sandsteine des Fundaments. Sie wurden zu einer Natursteinwand zusammengesetzt, die ein Blumenbeet gegenüber der Ärzteparkplätze stützt. Seit wenigen Tagen ist nun auch die letzte der drei Arztpraxen im Neubau belegt.

Die Firma Thefele GmbH von Investor Friedemann Seitz hatte das alte Fachwerkhaus mit Anbau und angrenzender Halle 2010 von der Firma Solupharm gekauft. 2017 wurden die alten Gebäude abgerissen, im April 2018 wurde mit dem Bau eines neuen Ärztehauses auf dem Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zur Aesculap-Apotheke begonnen. Diese wird von Seitz' Ehefrau Eva betrieben. Anderthalb Jahre haben die Bauarbeiten gedauert. Das Projekt hat rund 2,2 Millionen Euro gekostet.

Der Bau

Architekt Volker Wenz hat einen funktionalen, schlichten Baukörper entworfen, „der alles hat, was ein modernes Ärztehaus bieten muss“, sagt Seitz: eine sinnvolle Aufteilung der Behandlungsräume, optimale Klimatisierungstechniken und einen Wiedererkennungswert. Das Haus besteht aus drei Baukörpern, die auch durch drei verschiedene Fassaden erkennbar sind: weiße Putzfassade, Blech und Holzoptik durch Eternit-Cedral-Faserplatten.

Die Praxen haben Grundflächen zwischen 140 und 240 Quadratmetern, sind mit einem Aufzug barrierefrei erreichbar und verfügen über eine moderne Heizungs- und Lüftungstechnik.

Obwohl das Fachwerkhaus nicht unter Denkmalschutz stand, erfolgte der Neubau in kooperativer Abstimmung mit den Denkmalschützern. Deshalb konnte der ursprüngliche Plan, das 15 Grad geneigte Pultdach sowie das Flachdach zu begrünen, nicht umgesetzt werden. Denn die Denkmalpfleger gaben vor, dass die Dachseite, die zur Altstadt zeigt, mit roten Ziegeln eingedeckt werden muss.

An der Rezeption: von links Dr. Katharina Stein, Dr. Volker Iber, Madeleine Iber, Gitta Malm, Nicola Quiram, Sandra Forster und Kirsten Walter.

Die Tiefgarage

Die Gerbergasse liegt etwa 3,50 Meter tiefer als die Bahnhofstraße. Deshalb erfolgt die Einfahrt in die Tiefgarage von der Gerbergasse ebenerdig und der Zugang in das Ärztehaus von der Bahnhofstraße ebenfalls ebenerdig. „Das war ein glücklicher Zufall“, sagt Architekt Wenz. Die Garage liegt teilweise auch unter dem Haus Bahnhofstraße Nummer 5, das Stück für Stück unterfangen wurde. Sie umfasst nun 15 Plätze für die Patienten, die sie von der Gerbergasse befahren können.

Die Ärzte

Als Erstes war Allgemeinmedizinerin Dr. Ulrike Jehle-Sinning mit ihrer Praxis in die zweite Etage eingezogen. Es folgte ihr Kollege Dr. Volker Iber, der mit seiner Praxis zum 1. Juli vom benachbarten Aesculap-Haus in das Erdgeschoss des Neubaus gezogen war. Seine früheren Praxisräume wurden von der BKK Wirtschaft und Finanzen übernommen. 

Komplettiert wurde das Ärztehaus vor wenigen Tagen durch die kieferorthopädische Praxis von Dr. Rainer Werz, der auch in Bad Hersfeld eine Praxis betreibt. Der langjährige Melsunger Kieferorthopäde Dr. Uwe Müller schließt seine Praxis zum 30. September. Es sei nicht leicht gewesen, Ärzte zu finden, sagt Investor Seitz. Gerne hätte er einen Kinderarzt oder Kardiologen im Ärztehaus gehabt, „aber viele junge Ärzte wollen lieber ein Angestelltenverhältnis als die Selbstständigkeit“.

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