Von Melsungen nach Mogadischu: Internisten spenden Untersuchungsgeräte

Medizin-Technik für Somalia: Medizinische Geräte zur Magen-Darm-Spiegelung spendete die Internistische Praxis Schneider-Hecke-Münch aus Melsungen an die Universitätsklinik in Mogadischu/Somalia. Im Bild von links Musse Mohammed Afrah, Dr. Bianca Münch, Dr. Christian Schneider und Abdullahi Mohammed Afrah. Foto: Feser

Melsungen. Glücksfall für die Uniklinik Mogadischu in Somalia: Die Internistische Praxis Schneider-Hecke-Münch aus Melsungen spendet zwei Geräte zur Magen-Darm-Spiegelung an das Krankenhaus.

„Dort wird gerade der Fachbereich ausgebaut“, berichtet Musse Mohammed Afrah.

Der Somalier ist gerade zu Besuch bei seinem Bruder Abdullahi Mohammed Afrah, der seit 15 Jahren in Melsungen lebt und Patient der Internistischen Praxis ist. Als Abdullahi Mohammed Afrah hörte, dass in der Praxis neue medizinische Geräte angeschafft werden sollen, vermittelte er über seinen Bruder zur Universitätsklinik in Mogadischu. Bruder Musse Mohammed Afrah ist Lehrer für Menschenrechte an der Universität und zurzeit bei seiner Familie in Deutschland zu Besuch.  

„Mit den Geräten haben wir bis vor fünf Monaten noch gearbeitet“, sagt Internist Dr. Christian Schneider, „aber bei uns hat sich die Technik weiterentwickelt.“ Die neuen Geräte, die die Praxis angeschafft hat, verfügen über HD-Technik, haben also eine höhere Auflösung. „Es ist schön, dass es für unsere Geräte weitergeht, die etwa zwölf Jahre alt sind “, sagt der Internist. Die Alternative zur Spende an Somalia wäre der Weiterverkauf oder die Entsorgung des Gastroskop und des Koloskops gewesen. „Die Entsorgung hätte uns leid getan, weil die Geräte voll funktionsfähig sind.“

Nun kommen Medizintechnik im Wert von 5000 Euro also den Patienten in Somalias Hauptstadt zugute. Dort ist es schlecht um das Gesundheitssystem bestellt, berichtet Musse Mohammed Afrah: Zum Beispiel seien Schmerzmittel oft nicht wirksam, weil in den Tabletten der Wirkstoff nur in geringen Dosen oder überhaupt nicht enthalten sei.

Musse Mohammed Afrah tritt kommende Woche die Heimreise ins 8000 Kilometer entfernte Somalia an - die Geräte kann er aber nicht mit in den Flieger nehmen, weil sie zu schwer sind. Schließlich handelt es sich um Untersuchungsgeräte in zwei Koffern plus Videoprozessor und Monitor. Sie sollen per Schiff nach Afrika reisen.

Dr. Christian Schneider hat gestern mit seinem Kollegen im Uniklinikum in Somalia telefoniert. Und er freut sich schon auf Fotos von seinen Geräten in dem afrikanischen Krankenhaus.

www.siu.edu.so

Von Claudia Feser

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