Melsungen: Neujahrsempfang der Stadt zum Thema Teilhabe 

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Unterhielten beim Neujahrsempfang: (von links) Helmut Jäger, Albin Schicker, Joachim Bertelmann und Markus Boucsein.

Melsungen. 400 Herzen hatte Joachim Bertelmann, Vorstandsvorsitzender der Baunataler Diakonie Kassel, mit in die Melsunger Stadthalle gebracht.

Dem Herz eine Stimme geben, hatte er seine Aktion genannt.

Aktualisiert um 17.30 Uhr

Bertelmann war Gastredner und stellte die Themen Teilhabe und Integration in den Mittelpunkt seiner Rede. Fast 400 Gäste folgten den Ausführungen des Pfarrers, der vom geistig behinderten Herrn S. berichtete, der trotz seiner Pensionierung vor zehn Jahren täglich an seinen Arbeitsplatz kommt. Mit einem Lachen und einem Schwätzchen die Kollegen erheitert und einfach glücklich sei, arbeiten zu können. Der Reifegrad einer Demokratie sei ablesbar, sagte Bertelmann. Und zwar am Umgang der Gesellschaft mit ihren Randgruppen.

„Wir müssen auf die Vielfalt des Lebens schauen“, sagte Bertelmann. Jeder habe einen Anspruch auf Teilhabe. Auch wenn die Wertschöpfung der Arbeit von Herrn S. relativ sei, habe seine Arbeit dennoch einen hohen Wert. Er lenkte in seiner Rede den Blick auf die Vielfältigkeit des Lebens. „Die ehrliche Begegnung des Herzens ist der Schlüssel zum Erfolg“, mahnte er an. Insbesondere auch im Umgang mit Fremden, mit Flüchtlingen. 50 seiner Mitarbeiter der Baunataler Diakonie Kassel (bdks) hätten in den vergangenen Wochen Holzherzen am Stiel gestaltet – mit großem Elan – um diese in Melsungen unter die Menschen zu bringen.

Verteilt wurden sie unter anderem von Theresa Adenekan, der Flüchtlingskoordinatorin der Stadt. Diese habe ihm von einem jungen Mann aus Syrien berichtet, der in Melsungen lebt und seine Hand bei einem Bombenangriff verloren hat. Er rief auf, in die Körbe mit den Herzen eine Spende zu legen. „Zeigen wir dem jungen Mann aus Syrien, dass er hier willkommen ist.“ Mit dem Geld könnte eine Prothese bezahlt werden, die der Mann schnell benötigt. „Melsungen braucht Flüchtlinge. 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Nur 1056 leben im Landkreis. Wie müssen mit unserem Reichtum Platz haben, Menschen in unserer Mitte aufzunehmen“, appellierte er.

Helmut Jäger von der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Melsungen sprach ebenfalls. Er sagte: „Wenn Nicht-Christen sehen, wie vorbildlich wir miteinander umgehen, dann wirkt das überzeugender als die eindringlichsten Einladungen zum christlichen Glauben.“ Die Flüchtlinge in Melsungen aufzunehmen sei eine neue gesellschaftliche Herausforderung, sagte auch Bürgermeister Markus Boucsein in seiner Ansprache. Außerdem erinnerte er an die vielen Erfolge der zurückliegenden Monate wie den Feuerwehrstützpunkt, die neue Klinik und Jugendherberge, die neue Polizeistation und die Sand-Umgestaltung. Er rief alle Melsunger auf, den erfolgreichen Weg der Stadt weiter zu gehen. Für Musik sorgten die Meg Nuts, die Big Band der Feuerwehr Melsungen. (ddd)

Neujahrsempfang in Melsungen

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