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Radko-Stöckl-Schule in Melsungen hat die Umwelt auf dem Stundenplan

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Von: Fabian Becker

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Zeigen Solar-Technologien: Die Mechatroniker-Auszubildende im ersten Lehrjahr Robin Steinert (19, von links) mit einem Heizgerät, Tara Marie Oser (16) mit Panels und Phillipp Klepp (18) mit einer Power-Bank.
Zeigen Solar-Technologien: Die Mechatroniker-Auszubildende im ersten Lehrjahr Robin Steinert (19, von links) mit einem Heizgerät, Tara Marie Oser (16) mit Panels und Phillipp Klepp (18) mit einer Power-Bank. © Fabian Becker

Die Radko-Stöckl-Schule in Melsungen ist am Donnerstag wiederholt vom Land Hessen als Umweltschule ausgezeichnet worden. Denn: Die Schule ist beim Thema Nachhaltigkeit im Schwalm-Eder-Kreis vorn dabei.

Melsungen – „Die Schulen im Kreis sind aber alle sehr gut aufgestellt, weil sie über das Umweltbildungszentrum Licherode vernetzt sind“, sagt der stellvertretende Schulleiter, Sebastian Jacob.

An der Schule gibt es beispielsweise seit 2011 die erste Solartankstelle im Landkreis und mit dem Technikhaus Energieplus einen Lernort, an dem erneuerbare Energieerzeugung für Schüler greifbar wird. Sie können unter anderem per Fahrrad mit Muskelkraft Strom erzeugen. „So zeigen wir den Schülern, wie viel Energie eine Kilowattstunde Strom ist“, sagt Kai Burchart, Lehrer für Auszubildende zum Anlagenmechaniker. Auch ein Kino, das sich mit solchen Rädern betreiben lässt, gibt es dort, genauso wie unter anderem Solarpanels, Wärmepumpen und Solarthermie.

In den Lehrplänen vom Hessischen Kultusministerium gebe es verschiedene Lernfelder, die für Nachhaltigkeit im Unterricht genutzt werden könnten. „Bei den Anlagenmechanikern gibt es zum Beispiel das Lernfeld Regenerative Energieressourcen, in dem ich mit den Auszubildenen viel dazu machen kann“, sagt Burchart.

Mechatroniker-Auszubildende: Jakob Baumgartner (19, links) und Anton Itze (18) erzeugen Strom im Technikhaus Energieplus, ein Modell davon ist im Hintergrund.
Mechatroniker-Auszubildende: Jakob Baumgartner (19, links) und Anton Itze (18) erzeugen Strom im Technikhaus Energieplus, ein Modell davon ist im Hintergrund. © Fabian Becker

„Nachhaltigkeit ist mittlerweile auch vielen Firmen wichtig, zum Beispiel, wenn es um Energiesparen geht“, sagt Anton Itze (18), Auszubildender zum Mechatroniker im ersten Lehrjahr bei Sartorius. Seinem Klassenkamerad und Kollege, Jakob Baumgartner, ist aufgefallen, dass Nachhaltigkeit auch privat zunehmend eine Rolle spielt: „Unser Platz wird nicht mehr gewässert, weil Wasser knapp ist“, sagt der Fußballer des 1. FC Beiseförth. „Vor zehn Jahren hätte niemand darüber nachgedacht.“

Das Thema Nachhaltigkeit beschäftigt die Schule aber nicht nur in den technischen Berufsausbildungen. „Ressourcenschonung ist im Schulprogramm vorgeschrieben“, sagt Jacob. „Wir vereinbaren jedes Jahr Ziele, zu denen wir Projekte entwickeln.“

So berichtet er von Berufsfachschülern, die aus Einwegpaletten Vogelhäuschen und Geschenkkisten gebaut haben. Eine Religionslehrerin habe beim Thema Bewahrung der Schöpfung mit ihren Schülern Plastikverpackungen recycelt und zu Taschen gemacht. In Chemie hätten Schüler selbst Kosmetikprodukte hergestellt und sich dabei mit Mikroplastik beschäftigt.

Auszubildende in kaufmännischen Berufen hätten in Planspielen Unternehmen entwickelt, die ökologisch arbeiten. Jacob sagt: „Die Schüler sollen lernen: Nur wenn ein Betrieb nachhaltig ist, kann er künftig erfolgreich sein.“ (Fabian Becker)

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