Melsungen: Abiturprüfungen starten

Schüler an der GSS in Melsungen sind trotz Corona gut auf die Abiturprüfungen vorbereitet

Feuern die Abiturienten an, von links: Leonie Nolte (18), Katharina Jakobi (18), Marie Sauerwald (18) und Lea Runzheimer (18) schreiben nächstes Jahr ihre Abiturprüfungen.
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Feuern die Abiturienten an, von links: Leonie Nolte (18), Katharina Jakobi (18), Marie Sauerwald (18) und Lea Runzheimer (18) schreiben nächstes Jahr ihre Abiturprüfungen.

Die Abiturprüfungen in Hessen starten heute mit Chemie – auch an der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen. 80 Schüler schreiben dort ihre Abiturprüfungen in den kommenden Tagen.

Melsungen – „Wegen des Wechsels von G8 auf G9 vor einigen Jahren sind das relativ wenig“, sagt Schulleiter Dirk von Sierakowsky, „sonst sind es etwa 120.“ Diese müssen sich nun drei schriftlichen und später zwei mündlichen Prüfungen stellen.

Dabei müssen die Schüler wegen der Coronapandemie Abstand halten und Masken tragen. Um davon bei den schriftlichen Prüfungen eine Pause machen zu können, bekommen sie in den Grundkursen 25 und in den Leistungskursen 30 Minuten mehr Zeit. „Wenn sie von der Pause Gebrauch machen, werden sie jedoch beaufsichtigt, damit sie sich nicht über die Prüfungen austauschen“, sagte von Sierakowsky.

Hängt die letzten Abiplakate dieses Jahrgangs auf: Hausmeister Andreas Flecke von der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen.

Die Pandemie habe die Vorbereitungen nicht maßgeblich beeinflusst. Die Abiturienten hatten die ganze Zeit Präsenzunterricht mit geteilten Klassen, zudem mehr Zeit zum Lernen, „da die Prüfungen zum ersten Mal nach Ostern stattfinden und statt Klassenfahrten und Ausflügen Unterricht stattgefunden hat,“ sagte der Schulleiter. Das sieht auch die Abiturientin Alina Kikenberg so.

Die Schülerin startet heute mit ihren Prüfungen, denn sie hat die Leistungskurse Chemie und Englisch. „Ich bin ein bisschen nervös, aber ohne das klappt es nicht so gut“, sagte sie. Für die Chemieprüfung heute übte sie gestern nicht mehr: „Was ich jetzt nicht kann, lerne ich auch nicht mehr.“

Am Donnerstag geht es auch für Tim Vogt los. „Ich bin nicht aufgeregt, es ist eine Mischung aus Respekt, Nervosität, aber auch Vorfreude, da es bald vorbei ist“, sagte er. Seine Leistungskurse sind Geschichte und Biologie. „Ich fühle mich gut vorbereitet, da wir viel Präsenzunterricht und nicht viele Coronafälle hatten“, sagte er. Das habe etwa ein Viertel der Abiturienten betroffen, die im vergangenen halben Jahr in Quarantäne waren, so von Sierakowsky.

Drückt seinen Abiturienten die Daumen: Dirk von Sierakowsky, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Schule.

Problematisch sei die Pandemie auch für die fachpraktischen Prüfungen, zum Beispiel bei Sport. „Spielstätten wie Schwimmbäder haben geschlossen“, sagte er, Kontaktsport ist nicht möglich.“ Abiturienten, die darin geprüft worden wären, werden dieses Jahr stattdessen theoretisch geprüft. „Einzelsport wie Leichtathletik geht hingegen sehr gut“, sagt der Schulleiter. Um möglichst viele Sportarten im Freien anbieten zu können, seien diese Prüfungen nach hinten verlegt worden – in den Mai.

Die fachpraktische Prüfung im Darstellenden Spiel, ähnlich dem Theater, sei hingegen vor die Osterferien gezogen worden. „Die Schüler waren auf der Bühne, die Lehrer mit großem Abstand davor“, sagt von Sierakowsky. Jedoch habe es nur Einzel- und keine Gruppenprüfungen gegeben.

Auch die mündlichen Prüfungen im Juni werden wegen der Pandemie etwas umgestellt. Bei einer Prüfung werden außer dem Abiturienten wie üblich drei Lehrer dabei sein. Die Zahl der Zuschauer, oft Schüler, die im kommenden Jahr ihre Abiturprüfungen schreiben, wird jedoch begrenzt.„Je nach Lage der Pandemie dürfen höchstens zwei zuschauen“, sagt von Sierakowsky.

Und wie geht es für die Abiturienten weiter? Vogt macht eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker, Kikenberg will Medizin studieren und Unfallchirurgin werden. (Fabian Becker)

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