Chemie und Physik in der Praxis

Tauch-AG für Schüler an Gesamtschule in Melsungen

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Vor dem ersten Tauchgang: AG-Leiter Sebastian Damon Jäger (Mitte) hilft den Schülern Jan-Joell Linnenhohl (links) und Fabian Lohr in die Ausrüstung. 

Melsungen. Wer taucht, kann Naturwissenschaft erleben, deshalb bietet Damon Sebastian Jäger eine Tauch-AG an der Gesamtschule Melsungen an.

Der Referendar für Chemie und Biologie ist Taucher und will die Begeisterung für den Sport an die zwölf Schüler der AG weitergeben. Zwei von ihnen sind Fabian Lohr, 15, aus Obermelsungen und Jan-Joell Linnenhohl, 14, aus Melsungen.

„Unter Wasser zu sein und trotzdem Luft zu bekommen, ist ein komisches Gefühl“, sagt Jan-Joell. Er hatte Respekt vor seinem ersten Tauchgang im Sprungbecken des Melsunger Schwimmbades. Das ist knapp vier Meter tief. Aber der Schüler fühlte sich gut vorbereitet.

Sein Lehrer Damon Sebastian Jäger taucht privat seit 15 Jahre und ist Rettungsschwimmer. Diese Freude am Tauchen und den naturwissenschaftlichen Zusammenhängen will er auch seinen Schülern vermitteln. Es ist ein Mix aus den Fächern Bio, Chemie und Physik: die Ausrüstung, physische Zusammenhänge wie Dichte, Druck, Volumen, Auf- und Abtrieb, die Löslichkeit von Gasen in Flüssigkeiten – und natürlich steht der menschliche Körper im Vordergrund.

Bevor die Acht- und Neuntklässler an der AG teilnehmen konnten, mussten sie zum Arzt, um ihre körperliche Gesundheit auf eine Tauchtauglichkeit überprüfen zu lassen. „Tauchen ist ein sicherer Sport“, sagt Jäger, „man muss aber wissen, was man macht, bestimmte Dinge verstehen.“ Zum Beispiel dass der Druck in der Tiefe zunimmt. „Beim Tauchen werden abstrakte Themen wie Druck und Dichte für die Schüler greifbar.“

Vier Tauchgänge geplant 

Die Tauchausrüstung aus Neopren-Anzug, Maske, Atemregler, Tauchflaschen und Flossen stellt der Kursleiter und wird von den Tauchvereinen aus Melsungen und Kassel unterstützt. Die Tauch-Basis mit allen Gerätschaften befindet sich im Keller der Gesamtschule. Von dort wird alles Nötige in Kisten verpackt und auf Handwagen zum benachbarten Schwimmbad gefahren.

Dort absolviert jeder Schüler vier Tauchgänge, natürlich erst nach fünf Theorieeinheiten. Darin wird ihnen das Wissen zur Erlangung eines Ein-Stern-Scheins vermittelt, was einem 40-Seiten-Skript entspricht.

Der 15-jährige Fabian will gerne dran bleiben, um auch im Urlaub zu tauchen. Vor dem ersten Tauchgang hatte er Respekt, „weil es schon ein komisches Gefühl ist, so lange unter Wasser zu sein“. Aber er sei gut vorbereitet worden. Und im Wasser werden verschiedene Techniken gelernt wie das Maske-Ausblasen, um eine freie Sicht zu haben. Auch sein Mitschüler Jan-Joell mag es, unter Wasser zu sein: „Da unten ist es ganz leise.“ Warum das so ist, lernt er bei der Tauch-AG: Im Vergleich zur Luft hat Wasser eine höhere Dichte. Und deshalb gilt: Wer an der Gesamtschule taucht, kann Naturwissenschaft erleben.

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