Nach Corona-Pause

Tafel in Melsungen hat wieder geöffnet

Konnte das Angebot der Tafel wieder wahrnehmen: die 70-jährige Marion aus Melsungen. 
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Konnte das Angebot der Tafel wieder wahrnehmen: die 70-jährige Marion aus Melsungen. 

Über zwei Monate war die Melsunger Tafel aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Jetzt wurden erstmals wieder Lebensmittel verteilt.

Vorsichtig schiebt Waltraud Paar eine voll beladene Papiertüte unter einer Plexiglasscheibe hindurch nach draußen. „Passen Sie gut auf, dass die Tüte nicht reißt und die Lebensmittel nicht herausfallen“, sagt sie, ehe sich die ehrenamtliche Helferin der Melsunger Tafel wieder umdreht und im Team die nächste Tüte mit Brot, Obst, Gemüse und Süßigkeiten packt.

Seit Mitte März war die Melsunger Tafel aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus geschlossen – am Dienstag wurden erstmals wieder Lebensmittel an Bedürftige verteilt.

Tafel in Melsungen: Strenge Hygiene- und Abstandsregeln

Kurz vor 14 Uhr hat sich vor der Tafel am Schlothweg bereits eine kurze Schlange gebildet. Hinter den Wartenden befindet sich die Eingangstür der Tafel, doch die ist noch verschlossen – und sie bleibt es auch. Normalerweise treten die Besucher durch die Tür und wählen die Lebensmittel aus, die sie benötigen. Doch diesmal nicht. Diesmal ist alles anders. „Die Leute dürfen das Gebäude in Corona-Zeiten nicht betreten, unsere Helferinnen stehen in einem Nebenraum und stellen die Tüten über einen Holztisch nach draußen“, sagt Gerhard Peter, Koordinator der Melsunger Tafel. Rot-weiße Absperrbänder und Markierungen auf dem Boden weisen den Besuchern den Weg zur Ausgabe. „Wir haben die Leute eingeteilt: Alle fünfzehn Minuten kommen höchstens fünf Personen. An der Ausgabe wartet maximal eine Person, alle anderen stehen mit genügend Sicherheitsabstand dahinter. Ein Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht“, erklärt Peter.

Tafel in Melsungen: Bedürftige sind froh über Wiedereröffnung

Der 50-jährige Thomas besucht die Tafel regelmäßig, an die neuen Corona-Regeln der Tafel hat er sich schnell gewöhnt: „Ich finde, das haben sie super organisiert.“ Ohne Tafel waren die vergangenen Wochen für ihn besonders schwierig. „Es ist toll, dass es jetzt wieder läuft“, sagt er.

Auch der 70-jährigen Marion hat die Tafel in der Coronakrise gefehlt. „Wir bekommen hier nicht nur Lebensmittel, sondern auch sehr viel Herzlichkeit entgegengebracht. Das war plötzlich alles weg“, sagt sie. Die Melsunger Tafel versorgt insgesamt 514 Personen, darunter knapp 200 Kinder und Jugendliche. Koordinator Peter freut sich, dass es jetzt wieder losgeht: „Die Situation war etwas ungewiss. Wir wussten nicht, wie viel Ware wir bekommen. Zudem sind viele unserer Helfer zwischen 60 und 70 Jahre alt. Vielen Dank an alle, die mitgeholfen haben.“

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