Kaum Schutzkleidung vorhanden

Melsungens Partnerstadt: So ist die Corona-Situation in Koudougou

Schwer beladen und mit Mundschutz um den Hals: Wegen der starken Luftverschmutzung trug diese Frau bereits bei der Aufnahme des Fotos im vergangenen Jahr einen Mundschutz in Koudougou.
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Schwer beladen und mit Mundschutz um den Hals: Wegen der starken Luftverschmutzung trug diese Frau bereits bei der Aufnahme des Fotos im vergangenen Jahr einen Mundschutz in Koudougou.

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen weltweit. Wir werfen einen Blick auf die Situation in Melsungens Partnerstädten und -gemeinden.

Noch im Februar besuchte Alexander Schmidt vom Partnerschaftsverein Melsungen Koudougou in Burkina Faso – damals war das Coronavirus in der westafrikanischen Stadt, in der rund 200 000 Einwohner leben, noch keine Gefahr. Mittlerweile ist klar: Auch knapp drei Monate später ist Koudougou von dem Virus weitgehend verschont geblieben. „Aber natürlich herrscht die Angst, dass sich die Krankheit auch dort ausbreit“, erzählt Schmidt.

Corona in Afrika: In Koudougou wurden Waschstellen installiert

Die Einwohner der Stadt versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation Folge zu leisten. Doch das sei nicht immer so einfach, denn gerade in Afrika fehle es häufig an Schutzkleidung und Desinfektionsmittel. In Koudougou habe man deshalb nun überall Waschstellen installiert, damit sich die Menschen die Hände mit klarem Wasser und Seife waschen können, berichtet Schmidt.

Corona in Afrika: Gibt es zu wenig Testmöglichkeiten?

Die erste Corona-Erkrankung in Burkina Faso trat am 9. März auf, landesweit sind seither rund 500 Menschen positiv auf das Virus getestet worden, 320 Personen sind bereits wieder genesen und 35 gestorben. Insgesamt leben fast 20 Millionen Menschen in Burkina Faso.

Schmidt vermutet, dass die vergleichsweise niedrigen Krankheitsfälle damit zusammenhängen könnten, dass in Westafrika nicht im großen Umfang getestet werden kann. Eventuell hätten aber auch die Maßnahmen der Regierung gegriffen, vermutet der Partnerstädtebeauftragte. Grenzen, Flughäfen, Schulen, Universitäten, Ausbildungszentren, Moscheen, Kirchen, Restaurants und Bars wurden geschlossen. Darüber hinaus wurden die Menschen in den größten Städten des Landes, Ouagadougou und Bobo-Dioulasso, sofort unter Quarantäne gestellt. Dort wurden die ersten Corona-Fälle des Landes bekannt.

Corona in Afrika: Maßnahmen haben auf Schulkinder besonderen Einfluss

In ganz Burkina Faso gilt eine nächtliche Ausgangssperre von 19 bis 5 Uhr. Allerdings: Ähnlich wie in Deutschland sind auch in Burkina Faso erste Lockerungsmaßnahmen spürbar. So wurde Anfang Mai im ganzen Land die schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebs auf den Weg gebracht. Gerade auf die Ausbildung von Schulkindern haben die Konsequenzen, die aus den Corona-Maßnahmen resultieren, besonderen Einfluss. „Es gibt nicht wie bei uns die Möglichkeit, die Kinder digital zu unterrichten. Deswegen werden die Kinder womöglich wieder viel von dem Erlernten vergessen, was sich negativ auf die Schulleistungen auswirken wird“, sagt Schmidt. Schon jetzt werde der Stoff nicht nachzuholen sein.

Hintergrund: Melsungens Partnerstädte und -gemeinden

Melsungen pflegt fünf Partnerschaften zu nationalen und internationalen Städten und Gemeinden. Bad Liebenstein in Thüringen ist die Partnerstadt, die von Melsungen am schnellsten zu erreichen ist. Internationale Freundschaften gibt es zudem zu Todi in Italien, Evesham in Großbritannien, Dreux in Frankreich und Koudougou in Burkina Faso. Das Besondere am Städtebündnis zwischen Melsungen und Koudougou: Die Afrikaner werden durch verschiedene Förderprogramme unterstützt. So haben etwa über 300 Melsunger Patenschaften für Kinder in Koudougou übernommen.

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