Grüne Jugend

Mit Politik aufgewachsen: Melsunger Christoph Sippel ist neuer Sprecher der Grünen Jugend Hessen

Christoph Sippel
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Christoph Sippel aus Melsungen ist neuer Sprecher der Grünen Jugend Hessen.

Das politische Interesse wurde Christoph Sippel bereits zur Geburt in die Wiege gelegt. Jetzt wurde der junge Melsunger zum Sprecher der Grünen Jugend Hessen gewählt.

Melsungen – Sein Großvater Hans-Jürgen Köbberling war zwölf Jahre lang Bürgermeister in Spangenberg und viele Jahre im Kreistag.

Die bisherige politische Karriere des 24-Jährigen ist beeindruckend: Vom Eintritt in die Partei Die Grünen im Jahr 2015 über Kreisvorstand und Kreistag, den Posten als Schatzmeister und das Amt des politischen Geschäftsführers der Grünen Jugend Hessen bis zu seinem heutigen Job als deren Sprecher hat er gerade einmal sechs Jahre gebraucht. Nicht auszudenken, wo er in sechs weiteren Jahren steht.

Politisches Geschehen: Grünen Politiker tauscht sich seiner Familie aus

Mit seinem Großvater tauscht er sich noch heute über aktuelle politische Themen aus. „Es ist interessant, Dinge aus Sicht anderer Fraktionen, in diesem Fall der SPD, zu sehen. Der Austausch mit meiner Familie hilft da oft weiter“, findet der 24-Jährige.

Mit den Grünen konnte er sich schon früh identifizieren: „Sie haben viele junge Mitglieder und eine besondere Kultur im Umgang. Damit heben sie sich von den anderen Parteien ab.“ Als er 2015 in die Partei eintrat, gab es allerdings noch keine Grüne Jugend. „Im Sommer 2018 haben wir die Gruppe dann aktiviert“, erinnert sich der Melsunger.

Sein Tag scheint weit über 30 Stunden zu haben, denn neben seinem politischen Amt, hat Sippel noch zahlreiche andere Verpflichtungen. Seit 2019 arbeitet er im Regionalbüro der Grünen-Bundestagsabgeordneten Bettina Hoffmann.

Sprecher der Grünen Jugend: Studium, Ehrenamt und Arbeit unter einem Hut

Nebenbei studiert der junge Politiker im fünften Semester Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Uni Kassel. „Das Studium bietet die Theorie und die Arbeit ist praxisorientiert“, sagt er. Wenn dann noch Freizeit bleibt, wandert er gern in den Alpen, verbringt Zeit mit seiner Freundin oder spielt ab und zu Fußball. Von Haus aus ist Christoph Sippel Bankkaufmann. Seine Ausbildung bei der Kreissparkasse machte er nach dem Fachabitur.

Auf seine Arbeit als Sprecher freut er sich besonders. Er und seine Sprecher-Kollegin Lara Klaes wurden für ein Jahr gewählt. Dass die Amtszeit vergleichsweise kurz ist, findet der 24-Jährige gut. „Im Leben eines jungen Menschen kann sich sehr viel ändern. Außerdem kommen durch neue Vorstandsmitglieder immer neue Ideen“, sagt er.

Mit seiner alten Arbeit als Geschäftsführer hat das Amt des Sprechers wenig gemein. „Als Geschäftsführer organisiert man und arbeitet eher im Hintergrund. Als Sprecher vertritt man den Verband nach außen.“

Sprecher-Amt: Politisches steht jetzt im Vordergrund

Das Politische stehe nun mehr im Vordergrund. Und auch seine politischen Herzensthemen rücken in den Vordergrund: Finanzen und Wirtschaft, Mobilität und Queerpolitik beschäftigen den Politiker auch privat besonders.

Finanzen und Wirtschaft aufgrund seiner Ausbildung. „In der Wirtschaftswelt läuft vieles nicht, wie es sollte, der Mensch steht oft nicht an erster Stelle“, findet Sippel.

Auch das Thema Mobilität betrifft den Politiker, der in Spangenberg aufgewachsen ist, schon lange: „Wenn man auf dem Land lebt, ist man zu oft auf Autos angewiesen“, kritisiert er. Das müsse sich ändern.

Queerpolitik, also Politik, die sich für Menschen einsetzt, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder Sexualität diskriminiert werden, interessiert Christoph Sippel auch seit Jahren. „Die Repräsentanz von queeren Menschen ist in Deutschland nicht so hoch, wie sie sein sollte“, findet er.

Gerade im ländlichen Raum hätten es beispielsweise Schwule oder Lesben noch schwer. Christoph Sippel, der sich selbst als bisexuell bezeichnet, möchte das ändern und Anlaufstellen für die queere Jugend schaffen. (Clara Pinto)

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