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Melsunger hat Haus energetisch saniert: Hohe Förderung für Investitionen

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Von: Damai Dewert

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Förderdschungel und gesetzliche Regelungen: Energieberater Henner Henkel hat eine aufwendige und sehr detaillierte Ist-Analyse des Hauses vorgenommen.
Förderdschungel und gesetzliche Regelungen: Energieberater Henner Henkel hat eine aufwendige und sehr detaillierte Ist-Analyse des Hauses vorgenommen. © Dewert, Damai D.

Peter Böge wollte einen Gasanschluss und neue Fenster, am Ende hat er sein Haus energetisch saniert. Mit Erfolg, wie er findet. Die Daten geben ihm recht.

Melsungen – Der Melsunger hat Einsparungen von mehreren Tausend Euro jährlich. Dass sich so eine Sanierung trotz gestiegener Kosten und geringerer Förderungen noch lohnt, zeigen die Böges und Energieberater Henner Henkel aus Körle exemplarisch an Böges Haus.

Das Haus

Das Haus von Peter Böge und Birgit Pagel-Böge steht in der Ostdeutschen Siedlung in Melsungen. Das Haus ist Baujahr 1963. Es hat auf zwei Etagen 170 Quadratmeter Wohnfläche. Die Böges bewohnen das Erdgeschoss und ihr Sohn das Obergeschoss. Verbaut war eine Buderus-Ölheizung aus dem Jahr 1996 mit Warmwasserbereitung.

Die Idee

Die Böges wollten weg vom Öl. Da bot sich 2020 ein Programm der EAM an, in der Straße Gas verlegen zu lassen. Es hätten sich damals aber nur zwei Haushalte gemeldet. Aus dem EAM-Gas sei daher nichts geworden. Doch die Idee war geboren: „Wir wollten jetzt weg von den fossilen Energieträgern und gleich noch die Fenster tauschen“, sagt der 67-jährige Melsunger.

Statt Öl lagern jetzt Pellets im Keller: Birgit Pagel-Böge vor dem Pellet-Speicher. Statt 3600 Euro für den fossilen Brennstoff fallen nun 600 Euro für einen nachwachsenden an.
Statt Öl lagern jetzt Pellets im Keller: Birgit Pagel-Böge vor dem Pellet-Speicher. Statt 3600 Euro für den fossilen Brennstoff fallen nun 600 Euro für einen nachwachsenden an. © Dewert, Damai D.

Die Planung

Schnell habe sich gezeigt, dass es ohne einen Energieberater nicht gehe. Zum Beispiel hätte es für die angedachten Fenster keine Förderung gegeben. Der Dämmwert der Außenwand war zu schlecht. „Wir haben uns dann informiert und 2021 einen Energieberater geholt“, sagt Böge. Ein Energieberater sollte unabhängig sein und in der Liste der Energieeffizienz-Experten eingetragen sein – oder alternativ Mitglied in der bundesweiten Vertretung unabhängiger Energieberater (GIH), sagt Henner Henkel, Energieberater aus Körle.

Der Energieberater ermittelt den Status quo und erstellt einen individuellen Fahrplan. Die Kosten für den Fahrplan werden mit 80 Prozent gefördert. Gibt es einen Fahrplan, kommen später bei einigen Förderungen weitere fünf Prozent Förderung dazu. Lokale Energieberater kennen meist viele infrage kommende Firmen. Für alle Gewerke sind drei Kostenvoranschläge sinnvoll.

Die Förderung

Bei allen geplanten Arbeiten überprüft der Energieberater die Förderfähigkeit. Böges erhielten laut Energieberater aus dem Förderprogramm Effizienzhaus 55 eine Förderung von 45 Prozent, für die Baubegleitung von 50 Prozent. Zusätzlich habe es eine Förderung der WI-Bank von zehn Prozent gegeben und einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro der Stadt Melsungen für die Pelletheizung. Die Förderung sei auf 65 Prozent gedeckelt, sagt Henkel.

Die Arbeiten

Zu den neuen Fenstern mit 3-Scheiben-Wärmeverglasung kam ein Wärmeverbundsystem für die Außenfassade. Die Keller- und Geschossdecken wurden gedämmt und das Dach erneuert sowie gedämmt. Geheizt wird mit einer Pelletheizung Zero Flame von Oechsner. Bei diesem Modell sei die Feinstaubbelastung minimal. Die Rohre wurden gedämmt und eine zentrale Wasseraufbereitung mit einer Luft-Wasserwärmepumpe eingebaut. Aufs neue Dach kam eine Fotovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 8,16 kW/p (Kilowatt peak). Mit 1 kW/p lassen sich in Deutschland jährlich etwa 1000 Kilowattstunden (kW/h) Strom erzeugen.

Förderdschungel und gesetzliche Regelungen: Energieberater Henner Henkel hat eine aufwendige und sehr detaillierte Ist-Analyse des Hauses vorgenommen.
Förderdschungel und gesetzliche Regelungen: Energieberater Henner Henkel hat eine aufwendige und sehr detaillierte Ist-Analyse des Hauses vorgenommen. © Dewert, Damai D.

Die Investition

Die Böges haben sich zur Nutzung des Stroms unter anderem auch ein Elektroauto angeschafft, das mit dem selbst erzeugten Strom fährt.

Die Gesamtinvestition belief sich auf etwa 260.000 Euro. Die Gesamtförderquote lag bei 56 Prozent – ohne das Elektroauto.

Ohne das Auto haben die Böges 110.000 Euro investiert. „Auch wenn sich das für uns nicht rechnet, reduzieren wir den CO2-Ausstoß nachhaltig und unsere Kinder profitieren, nicht zuletzt durch die Wertsteigerung.“

Einsparungen

Ohne die Kosten der Fotovoltaikanlage zu berücksichtigen, sanken die Spritkosten von 2500 Euro jährlich auf 500 Euro. Statt 3600 Euro für Öl fallen jetzt 600 Euro für Pellets an: Ersparnis jährlich 3000 Euro. Weitere 1800 Euro spart die Familie durch den selbst erzeugten Strom jährlich.

„Ein wichtiger Punkt ist außerdem, dass wir unabhängiger von fossilen Energieträgern und künftigen Preissteigerungen geworden sind“, sagt Birgit Pagel-Böge. (Damai D. Dewert)

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