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Melsunger hat wohl 440 Euro wegen Unachtsamkeit verloren

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Von: Damai Dewert

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Pechvogel: Wilfried Marställer parkte mit seinem Auto vor dem Schloss in Melsungen. Dort unterhielt er sich mit Touristen. Wahrscheinlich aus einem auf dem Autodach abgelegten Briefumschlag, verlor er 440 Euro.
Pechvogel: Wilfried Marställer parkte mit seinem Auto vor dem Schloss in Melsungen. Dort unterhielt er sich mit Touristen. Wahrscheinlich aus einem auf dem Autodach abgelegten Briefumschlag, verlor er 440 Euro. © Damai Dewert

Wilfried Marställer hat wohl nur Pech gehabt. 440 Euro sind futsch. Wenn er seine Geschichte erzählt, sind Zuhörer verwundert. Erst klingt es nach Trickbetrug, der am Ende unwahrscheinlich erscheint.

Melsungen – Das war passiert: Der 70-jährige Melsunger holte Anfang der Woche 500 Euro von der Kreissparkasse in Melsungen. Sein Auto parkte vor dem Amtsgericht. Die kleinen Scheine steckte er in den einen Briefumschlag – mit einer Rechnung und anderen Zetteln. Am Auto sprachen ihn vier Personen an. Offenbar zwei norddeutsche Paare, die aus dem Schlosspark kamen. Sie sagten, sie wären Radler und wollten wissen, warum im Landkreis HR auf den Kennzeichen stehe.

Marställer erklärte es ihnen, plauderte noch nett und stieg ein. Den Briefumschlag legte er auf die Rückbank. Dann fuhr er tanken. An der Tankstelle bemerkte er einen 10-Euro-Schein, der an der Heckscheibe klebte. Mit der Angestellten machte er noch einen Witz darüber, wie nett es sei, den Kunden Geld zu schenken.

Zuhause angekommen, folgte jedoch der Schreck. In dem Briefumschlag befanden sich nur noch 50 Euro. „Ich hatte überhaupt keine Erklärung, wie das alles zusammenpasst. Bin aber sofort auf mein Fahrrad gestiegen und die Strecke zur Tankstelle und zum Schloss abgefahren.“ Von seinem Geld war aber weit und breit keine Spur.

Auch Nachfragen bei Fundbüro, Bank und Polizei blieben erfolglos. Auf dem Video der Bank sei klar zu erkennen, dass er 500 und nicht nur 50 Euro abhob. Es findet sich auch kein Hinweis auf verdächtige Personen im Umfeld des Geldautomaten.

„Für die Pinneberger Touristen lege ich meine Hand ins Feuer“, sagt der 70-Jährige. Die Paare hätten ihm noch gesagt, wo sie Essen gehen wollten.

Nach ausführlichem Recherche bleibe eigentlich nur seine Schusseligkeit. Er muss während des Gesprächs den Umschlag so aufs Autodach gelegt haben, dass sich das Geld verselbstständigte. Ein Teil der Scheine muss unbemerkt weggeweht worden sein.

Wer Geldscheine finde, müsse sie abgeben – bei Polizei oder im Fundbüro, sagt dazu Markus Brettschneider.

Wer gefundenes Geld oder Wertgegenstände nicht abgebe, begehe eine Fundunterschlagung. Das ist eine Straftat. Das Strafmaß gehe los mit einer Geldstrafe und in schweren Fällen drohe eine Freiheitsstrafe.

Tatsächlich komme es immer wieder vor, dass vor Banken Trickbetrüger warteten und potenzielle Opfer ausspähten. „Dann wird auf die Leute, meist ältere Menschen eingewirkt.“ Die Betrüger versuchten, an die Geldbörse zu gelangen. Es komme auch vor, dass die Täter ihre Opfer verfolgten, um eine günstige Gelegenheit für einen Diebstahl abzuwarten. Diebe seien auch immer wieder in Supermärkten aktiv und suchten nach Gelegenheiten, Geldbörsen zu stehlen. Für Marställer hoffe er, dass doch noch Geld abgegeben werde. (Damai Dewert)

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