Positiver Test einer Erzieherin: 99 Kinder und Mitarbeiter in Melsungen in Quarantäne

Kita in Melsungen wegen Corona komplett dicht

Bemalte Blumen hängen am Zaun der Kindertagesstätte Am Schloth in Melsungen.
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Bis zum 11. November geschlossen: Weil eine Mitarbeiterin des städtischen Kindergartens am Schloth in Melsungen positiv auf Corona getestet wurde, ist die komplette Einrichtung in Quarantäne.

Die Familie saß am Sonntag am Abendbrottisch, als um 18.05 Uhr per WhatsApp die Nachricht vom Elternbeirat der Kitagruppe der fünfjährigen Tochter kam. Der komplette Melsunger Kindergarten Am Schloth ist ab Montag, 2. November, für zwei Wochen in Quarantäne. Der Grund: Eine Fachkraft wurde positiv auf Corona getestet.

Melsungen – Die fünfjährige Tochter der Familie Müller, die nicht Müller heißt, aber ihren richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte keinen Kontakt zu der Fachkraft. Und wurde dennoch bis zum 11. November vorsorglich in Quarantäne geschickt.

Das hat das Gesundheitsamt des Schwalm-Eder-Kreises angeordnet. Insgesamt sind 82 Kinder sowie 18 Erzieher, Praktikanten, Reinigungskräfte und Küchenpersonal betroffen. Also sind aktuell insgesamt 100 Menschen des städtischen Kindergartens in Quarantäne.

Die betroffene Fachkraft war nach HNA-Informationen nur in einer der beiden Kindergartengruppen sowie in der Hortgruppe, die zum Kindergarten gehört, eingesetzt. Denn seit dem Frühjahr wurde die Einrichtung so organisiert, dass die Gruppen festen Erziehern zugeteilt waren, um eine Durchmischung der Kinder in den Gruppen zu vermeiden. Deshalb sei auch die Betreuungszeit um anderthalb Stunden verkürzt worden, teilt die Mutter der Fünfjährigen mit. Statt um 16.30 Uhr schließt die Kita bereits um 15 Uhr.

Denn von jetzt auf gleich mussten die Eltern von 82 Kindern am Sonntag die Betreuung für ihre Kinder für die kommenden zwei Wochen organisieren. „Wir haben noch Glück im Unglück“, sagt die Mutter der Fünfjährigen, denn sie und ihr Mann können im Homeoffice arbeiten. Sie kennt auch Fälle, wo das nicht so ist.

Nun fragen sich viele Eltern: Was passiert, wenn in der bevorstehenden kalten Jahreszeit wieder ein Coronafall im Kindergarten auftaucht? Wird dann erneut die gesamte Einrichtung für zwei Wochen geschlossen?

„Weil bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung keine klare Trennung der Gruppen und auch der Kontakte der Erzieherinnen untereinander festgestellt werden konnte, ist die Schließung in Absprache mit der Leitung erfolgt“

Stephan Bürger, Pressesprecher des Schwalm-Eder-Kreises

Nach Mitteilung von Matthias Will, bei der Stadt für den Bereich Kindergarten zuständig, wollte die Stadt lediglich die Kinder und Kontaktpersonen der betroffenen Kindergarten- und Hortgruppe in Quarantäne schicken. Das Gesundheitsamt ordnete jedoch die komplette Schließung an.

„Weil bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung keine klare Trennung der Gruppen und auch der Kontakte der Erzieherinnen untereinander festgestellt werden konnte, ist die Schließung in Absprache mit der Leitung erfolgt“, teilte Stephan Bürger, Pressesprecher des Landkreises, mit. Deshalb habe das Gesundheitsamt „vollkommen richtig gehandelt“. Immer gelte: Bei einem positiven Testergebnis werde jede Kontaktpersonen-Nachverfolgung individuell geprüft.

Claudia Feser

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