Stadt versteigert Lose für Ernteerlaubnis

Melsunger Obst kommt unter den Hammer

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Erntereif: HNA-Praktikant Fabian Becker zeigt einen der Apfelbäume, die in der kommenden Woche versteigert werden. Insgesamt gibt es 55 Pakete mit mehreren Bäumen.

Melsungen. Im Melsunger Stadtgebiet gibt es bis zu 3000 Obstbäume. Eine überraschende Tatsache, wie sich zeigte: Die Freien Wähler wollten mit einem Antrag für den Rückschnitt und die Pflege der Bäume sorgen.

Aus Kostengründen und einem nicht verhältnismäßigen Arbeitsaufwand seitens des stätischen Bauhofs wurde der Antrag im Parlament abgelehnt.

Versteigerung

Die gute Nachricht für alle Obstfreunde ist, in der kommenden Woche versteigert die Stadt Melsungen 55 Lose. Ein solches Los umfasst die Ernteerlaubnis mehrerer ausgewählter und viel Obst tragende Bäume. Ein solches Los kann beispielsweise 20 Euro kosten, handeln ist erlaubt, heißt es von der Stadt.

Früher war das Interesse an den Bäumen groß, jetzt interessierten sich höchstens 20 bis 30 Personen für ein Los. Versteigert werden überwiegend Apfelbäume und einige wenige Zwetschgen- und Birnenbäume.

Patenschaft

Die Stadt bietet außerdem dauerhafte Patenschaften für Bäume an. Dazu wird ein Patenschaftsvertrag geschlossen. Der Pate sollte über Kenntnisse beim Baumschnitt verfügen. Der Grünschnitt kann kostenlos entsorgt werden und der Pate erwirbt das Recht an der Obsternte.

Debatte

Die meisten Bäume seien in einem schlechten Zustand, sagte Gerhard Ludolph, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler in Melsungen. Es gebe unter den Bäumen viele alte Obstsorten, die auch noch in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen sollten.

„Wir müssen auf die Bäume achten.“ Er regte nach der hitzigen Debatte Patenschaften für die Bäume an. Wer einen Baum pflege, dürfe das Obst ernten. Ein solches Modell gebe es in der Stadt längst, lautete die Kritik. In Röhrenfurth kümmert sich die Senioreninitiative um die Pflege der Obstbäume.

Joost Fastenrath, FDP-Fraktionsvorsitzender, überschlug in der Sitzung den Arbeitsaufwand für den städtischen Bauhof. Bei anzunehmenden 1,5 Stunden Pflegeaufwand und etwa sechs Stunden Arbeitszeit (netto) eines Mitarbeiters und etwa 240 Arbeitstagen könnte dieser etwa 960 Bäume im Jahr pflegen. Entweder bräuchte man also drei Mitarbeiter, die komplett abgestellt werden müssten oder man benötige um die drei Jahre für einen Durchgang. Ein externer Dienstleister würde etwa 50 000 Euro per anno kosten. Geld, das die Stadt nicht habe.

Der Antrag in seiner ursprünglichen Form wurde abgelehnt. Die Freien Wähler kündigten an, sich des Themas weiteranzunehmen. 


Versteigerung: Interessenten können am Mittwoch, 6. September im Rathaus im dritten Stock ab 9 Uhr Lose erwerben. Verkauft wird nach der Reihenfolge der Eingänge.
Patenschaften:Gerald Zöller Bauamt, Tel. 05661/709157

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