Städtepartnerschaft

Melsunger spendeten für Milchpulver in Koudougou - und retteten damit die kleine Ruth 

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Ruth heute: Ruth ist heute 18 Monate alt und 9120 Gramm schwer. Mit Melsunger Spenden konnte für die Halbwaise Milchpulver gekauft werden. 

Vor zwei Jahren hörte der Städtepartnerschaftsverein Melsungen zum ersten Mal von dem Milchpulverprojekt in Koudougou/Burkina Faso. Jetzt kann die kleine Ruth als erstes Kind das Projekt verlassen.

Während des Patenelternabends 2017 ging spontan ein Hut herum, und das erste Geld wurde gespendet. Davon wurde das Milchpulver für die kleine Ruth finanziert, deren Mutter kurz nach der Geburt gestorben war. Jetzt ist Ruth das erste Kind, das aus dem Milchpulverprojekt entlassen werden konnte.

Neben Ruth konnte nun auch der kleine Joel das Projekt wohlgenährt verlassen. Aktuell werden neun Kinder unterstützt, die zwischen vier und 13 Monaten alt sind. Ein weiteres Kind wird dazukommen, kündigt Alexander Schmidt, Städtebeauftragter Koudougou, an.

Ruth heute: Ruth ist heute 18 Monate alt und 9120 Gramm schwer. Mit Melsunger Spenden konnte für die Halbwaise Milchpulver gekauft werden. 

Alle Kinder des Milchpulver-Projekts in Melsungens Partnerstadt Koudougo haben tragische Schicksale. Isaacs Mutter starb fünf Tage nach der Geburt. Pierres Mutter ist nach der Geburt verblutet. Emelies Mutter hat psychische Probleme und kann das Mädchen nicht berühren. Elalies Mutter hat sich das Leben genommen. Alle müssen ohne die Liebe ihrer Mütter aufwachsen – und ohne Muttermilch.

Partnerschaften werden weniger 

Deshalb wenden sich die Familien an das Sozialamt in Koudougou, das die Familie an das Waisenhaus Tal néré verweist. Dieses wird von der gebürtigen Schweizerin Karin Berehoundougou und ihrem Mann Bouba betrieben, die im Kontakt mit dem Städtepartnerschaftsverein Melsungen stehen, und hilfsbedürftigen Familien Milchpulver für die Babys zuteilt.

Neben Spendern für das Milchpulver-Projekt werden vor allem Pateneltern für Kinder und Jugendliche in Koudougou gesucht, teilt Christiane Heinecke-Porstmann mit. 2012 gab es 430 Patenschaften, mittlerweile sind es nur noch 320.

Mit einer jährlichen Spende von 170 Euro werden gezielt Schule und Ausbildung der jungen Menschen finanziert. Manche Ausbildungen wie Elektriker, Solartechniker, Grundschullehrer und Krankenschwester sind deutlich teurer und kosten bis zu 1000 Euro pro Jahr. Ein Studium kostet sogar bis zu 2500 Euro.

Jeden Tag mit dem Fahrrad ins Waisenhaus

Ruth Kaganbeiga war drei Tage alt, als ihre Mutter Justine starb. Zweieinhalb Kilo wog das Neugeborene damals, als es zu seiner Großmutter kam. Die suchte Hilfe, weil das Mädchen Nahrung brauchte. Dank der Spenden von Melsungern konnte Ruth Milchpulver erhalten, für das ihre Großmutter kein Geld hatte. Jetzt, nach anderthalb Jahren, ist Ruth das erste Kind, das aus dem Milchpulverprojekt entlassen werden konnte – mit einem Gewicht von 9120 Gramm.

Anderthalb Jahre lang ist Deborah, die Oma von Baby Ruth, jede Woche die 20 Kilometer mit dem Fahrrad aus ihrem Dorf zum Waisenhaus nach Koudougou gefahren – mit Ruth im Tuch auf dem Rücken. Im Waisenhaus wurde Ruth jede Woche gewogen. Und dann ging’s wieder zurück ins Dorf, mit Ruth und zwei Dosen Milchpulver im Gepäck.

Milchpulver kostet sonst 300 Euro 

Kürzlich hat Christiane Heinecke-Porstmann vom Städtepartnerschaftsverein eine E-Mail aus Koudougou erhalten. Darin steht, im Namen von Ruth: „Meine Großmutter und mein Vater bedanken sich herzlich für die Unterstützung und segnen die Spender. Sie könnten das Geld für das Milchpulver unmöglich aufbringen.“ Milchpulver für anderthalb Jahre – so lange sind die Kinder im Programm – kostet in Burkina Faso rund 300 Euro.

Wer das Milchpulver-Projekt unterstützen möchte, kann auf folgendes Konto des Städtepartnerschaftsverein Melsungen Geld spenden: DE66 5205 2154 0011 0103 11

Kontakt: Alexander Schmidt, Tel. 0178 / 520 44 85, koudougou@partnerschaftsverein-melsungen.de

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