Melsunger Spezialitätenfestival „Nordhessen geschmackvoll“ war Publikumsmagnet

Extra aus Köln angereist: Willi und Astrid Roloff aus Köln (Mitte) hatten beim Melsunger Spezialitätenfestival ihren Spaß mit Hans Dieter Brassel (links), Michael Böse (vorne) und Erdmute Schirmer vom Förderverein der Malsfelder Brauerei. Foto:  Brandau

Melsungen. Als Willi und Astrid Roloff im Internet von „Nordhessen geschmackvoll“ lasen, machten sie kein langes Federlesen: Das Ehepaar aus Köln buchte in Melsungen ein Hotelzimmer, setzte sich am Samstag ins Auto und gehörte am Sonntagmorgen zu den allerersten Besuchern des Markts.

Aktualisiert um 17.00 Uhr

Das Melsunger Spezialitätenfestival war zwar eigentlich erst ab 11 Uhr geöffnet, doch kümmerte das die wahren Fans des Genussfestivals kein bisschen – sie waren einfach früher da.

Das merkte auch Bianca Schott schnell: Sie hatte gerade eben erst den Stand der Melsunger Fleischerei Ross eröffnet, als Willi und Astrid Roloff auch schon davor standen und ihre Bestellung aufgeben wollten. „Wir hatten uns schon sehr auf diesen Markt gefreut“, sagte der 80-Jährige mit breitem rheinischem Dialekt und ansteckend guter Laune.

„Vor allem wollen wir hier Flönz kaufen, die mögen wir so gerne. “ Flönz?! „So heißt die Blutwurst bei uns in Köln.“ Roloffs kauften am Sonntag gleich eine ganze Tasche voll – der Weg nach Nordhessen sollte sich schließlich lohnen. Doch der Weg nach Melsungen lohnte sich nicht nur fürs Ehepaar Roloff: Rund 50 Aussteller boten von frischer Wurst, Weckewerk und Waffeln über selbst hergestellten Käse und eigens gerösteten Kaffee alles an, was Essen und Trinken zum Genuss macht.

Bilder vom Melsunger Spezialitätenfestival:

Spezialitätenfestival in Melsungen

Was für die Besucher ein schöner Sonntagsausflug war, bedeutete für die Aussteller eine echte Herausforderung: Bandix Eichler vom Forellenhof in Knüllwald-Hergetsfeld war bereits seit 4 Uhr auf den Beinen, um die Forellen frisch zu räuchern, bevor er sie auf den Melsunger Markt brachte. Der hat für Bandix Eichler einen festen Platz im Terminkalender: „Wir haben hier längst viele Stammkunden.“
Die hat auch Kaffeeröster Georg Ruhm vom Gudensberger „Röstrausch“, der seine fair gehandelten Bohnen anbot. Georg Ruhm ist gerne beim Spezialitätenmarkt dabei, es ist sein persönlicher Lieblingsmarkt: „Das Publikum hier weiß Lebensmittel nochmal auf eine ganz besondere Art zu schätzen.“

Dr. Hanns-E. Kniekamp (Spangenberg) und Gerhard Schneider-Rose (Bebra) vom Verein Slow Food hören das bestimmt gerne. Die beiden gehören zur Leitung des Festivals, das zum zehnten Mal stattfand – und das bestimmt nicht zum letzten Mal. Beide zeigten sich zufrieden mit dem großen Interesse der Besucher.

„Je älter die Menschen werden, desto mehr achten sie auf die Ernährung“, hat Bandix Eichler vom Hergetsfelder Forellenhof längst beobachtet. Da hat der Spezialitätenmarkt jede Menge Zukunft.

Von Claudia Brandau

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