Melsungen

Weiterer Weihnachtsmarkt in Nordhessen fällt aus – Bürgermeister: „Musste Reißleine ziehen“

Weihnachtsmarkt Melsungen
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Der Melsunger Weihnachtsmarkt wurde aufgrund der hohen Inzidenz im Kreis abgesagt. Das teilte Bürgermeister Markus Boucsein am Dienstag mit.

Ein weiterer Weihnachtsmarkt in Nordhessen wird aufgrund der aktuellen Corona-Lage abgesagt.

Melsungen – 439 Menschen sind im Schwalm-Eder-Kreis mit dem Corona-Virus infiziert. Auf die Infektionsdynamik reagiert Melsungen jetzt mit der Absage des Weihnachtsmarktes. Von den 26 Intensivbetten sind laut Robert-Koch-Institut 20 belegt. Bürgermeister Markus Boucsein als Ordnungspolizeibehörde hat die Absage des Marktes am Dienstag (23.11.2021) angeordnet. Er setzt sich damit über die Entscheidung des Magistrats hinweg. „Es gab Interventionen von Einwohnern“, begründet Boucsein seine Entscheidung. Außerdem stehe er in engem Kontakt zu den Krisenstäben in Unternehmen und Kliniken.

„Ich musste die Reißleine ziehen, denn es ist aus meiner Sicht nicht zu verantworten“, sagte er mit Blick auf die steigenden Corona-Infektionszahlen. Er wäre möglich gewesen, dass der Melsunger Weihnachtsmarkt überrannt worden wäre. „Wir wären dann fast die einzige Palme auf der Insel.“ Im Werra-Meißner-Kreis wurden wegen der aktuellen Corona-Lage alle Weihnachtsmärkte abgesagt. Auch der Weihnachtsmarkt in Wolfhagen, die Weihnachtsmärkte in Hofgeismar und Immenhausen und der Weihnachtsmarkt in Rotenburg wurden abgesagt.

Corona im Altkreis Melsungen: Weihnachtsmarkt in Körle soll trotzdem stattfinden

Die Gemeinde Körle ist Stand jetzt die einzige Kommune im Altkreis, die plant, einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Dieser soll am ersten Dezemberwochenende stattfinden. Zutritt zum Markt auf dem Rathausplatz hat nur, wer geimpft oder genesen ist. Ein aktueller negativer Schnelltest ist außerdem notwendig – HNA berichtete. Die Besucherzahl wird beschränkt, eine Sicherheitsfirma ist mit den Einlasskontrollen beauftragt.

Weitere Ansteckungsszenarien sollten möglichst vermieden werden, sagt auch Dr. Matthias Schulze, Ärztlicher Direktor der Asklepios Kliniken. Den Krankenhäusern mache aktuell insbesondere das hohe Aufkommen von Intensivpatienten ohne Corona-Infektion zu schaffen. Sollten dazu jedoch intensivpflichtige Covidpatienten kommen, würde sich die Lage schnell verschärfen.

Corona-Lage in der Region: Schlechte Prognosen für Krankenhäuser

Für das Nordhessen umfassende Versorgungsgebiet 1 prognostiziert er ein Szenario, wie es in Teilen von Deutschland schon Wirklichkeit ist: Schwer kranke und Notfallpatienten müssen von Kliniken abgelehnt und in andere Häuser gebracht werden. Auch die Absage geplanter Operationen wären dann nötig. (Claudia Feser, Carolin Hartung, Damai D. Dewert)

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