Mit Anstand und Abstand

So war die Stimmung auf dem Melsunger Wochenmarkt in Körle

Können ihre Ware endlich wieder verkaufen: Das Ehepaar Groß von der Eichsfelder Wurstkammer.
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Können ihre Ware endlich wieder verkaufen: Das Ehepaar Groß von der Eichsfelder Wurstkammer.

Der Melsunger Wochenmarkt musste im Zuge der Coronakrise nach Körle umziehen. So erlebten Händler und Besucher den Umzug vom Rathaus in Melsungen auf einen Supermarkt-Parkplatz in Körle.

Seit Jahren besuchen Lilo Schweitzer und Karl Grohe denMelsunger Wochenmarkt rund um das Rathaus. Am Donnerstag mussten sie ihr frisches Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch erstmals woanders einkaufen. Denn: Der Melsunger Wochenmarkt ist im Zuge der Coronakrise auf den Netto-Parkplatz in Körle umgezogen.

„Ich kann es nicht verstehen, dass der Markt in Melsungen abgesagt wurde. Die Leute haben sich dort zuletzt vorbildlich verhalten“, sagt Lilo Schweitzer enttäuscht. Und auch Karl Grohe kann die Absage des Marktes in seiner Heimatstadt nicht nachvollziehen: „Der Markt hatte sich in Melsungen sehr etabliert, so sehr, dass man ihn dort nicht einfach absagen kann.“

Melsunger Wochenmarkt in Körle: Besucher gehen lieber im Freien einkaufen

Immerhin: Dass der Markt nun in Körle stattfindet und nicht komplett ausfallen muss, finden beide eine gute Lösung. „Ich gehe lieber im Freien einkaufen“, verrät Schweitzer.

Bereits am frühen Morgen strömten die ersten Besucher auf den Markt. „Die Leute standen Schlange, wir haben innerhalb von zwei Stunden einen ganzen VW-Bus voller Gemüse verkauft“, berichtet Michael Pillkowsky vom Schmiedehof aus Nassenerfurth. Und auch Maria und Klaus Groß, die gemeinsam den Stand der Eichsfelder Wurstkammer betreiben, zeigen sich begeistert. Sie seien froh, dass sie jetzt wieder verkaufen können. Zuletzt mussten sie schon Ware wegwerfen, wie Klaus Groß erzählt. Ehefrau Maria ergänzt: „Die Leute sind sehr geduldig, halten Abstand und sind sehr diszipliniert. Es läuft super hier.“

Melsunger Wochenmarkt in Körle: Markt kam bei Händlern und Besuchern gut an

Überall auf dem Markt weisen Schilder und Markierungen auf dem Boden darauf hin, dass beim Einkaufen ein Mindestabstand eingehalten werden soll. Auch die Stände stehen weit genug auseinander. „Ich fühle mich hier sehr sicher, die Leute verhalten sich vorbildlich“, erzählt Brigitte Baetzing. Die 72-jährige Melsungerin hat in Körle Fisch und Brot gekauft. „Das Ambiente ist hier auf dem Parkplatz natürlich nicht so toll.“ Aber gerade für die Händler sei es super, dass sie ihre Produkte wieder verkaufen können.

Ute Strube von Utes Gartenlädchen ist froh darüber, dass der Markt in Körle stattfindet. „Ich möchte mich bei allen Kunden bedanken, die vorbeikommen und bei uns einkaufen. Ich finde es genial hier, der Markt ist super organisiert und das Arbeiten deutlich stressfreier“, sagt sie.

Marktbesucher Bruno Preperski findet es toll, dass der Markt in Körle so gut angenommen wird. „Ich denke, Körle hat sich das verdient. Auch nach Corona sollte hier regelmäßig ein Wochenmarkt stattfinden“, schlägt er vor.

Der Melsunger Wochenmarkt fand am Donnerstag vorerst das letzte Mal in Körle statt. Mehr dazu später auf hna.de.

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